Mo., 02.05.2011

Havixbeck Stolpersteine für Julia und Ursula Gerson

Havixbeck - Hattem , eine niederländische Gemeinde bei Zwolle, etwa in der Größe Havixbecks, in landschaftlich schöner Umgebung: Männer mit Kippa, ein Rabbi im Gebet, verhaltene jiddische Musik in den Gassen und Straßen des malerischen Ortskerns. Es war ein besonderer Tag, denn der deutsche Künstler Gunter Demnig fügte vor sechs Häusern insgesamt 16 Stolpersteine in das Pflaster ein. Unter anderem auch zwei Steine, die den Namen Gerson tragen.

In diesem Haus auf der „Burgermeester van Heemstralaan“ lebte Ernst Gerson , der nach Holland geflohen war, mit seiner Familie. Für Gersons Nichte Yvonne steht auf der Hauptstraße in Havixbeck seit November 2000 eine kleine Gedenkstele. Für seine Eltern Bertha und Fritz Gerson, für seinen Bruder Kurt sowie für Yvonne legte Gunter Demnig im Februar 2007 vier Stolpersteine vor dem ehemaligen Wohnsitz an.

Ernst Gerson heiratete 1935 Julia Lippers aus Nottuln, 1936 wurde die Tochter Ursula geboren. Die Steine, die Gunter Demnig Karfreitag vor dem ehemaligen Wohnhaus der Gersons in Hattem verlegte, tragen die Namen von Julia und Ursula Gerson. 1944 wurde die Familie mit dem letzten Transport zunächst nach Westerbork deportiert. Im selben Jahr kamen Mutter Julia im Alter von 33 Jahren und die achtjährige Tochter Ursula in Auschwitz ums Leben. Wie Cousine Yvonne in Havixbeck, war Ursula in Hattem das jeweils jüngste Opfer der Verfolgung im Ort. Ernst Gerson überlebte.

Auf Einladung der Stolperstein-Initiative sowie von Fred Gerson, Sohn von Ernst Gerson und seiner zweiten Frau, verbrachten Mitglieder des Friedenskreises einen denkwürdigen Tag im Nachbarland. Der Kontakt ist der Havixbeckerin Julia Kräft zu verdanken, die seit ihrer Kindheit mit Fred Gerson und heute mit seiner ganzen Familie befreundet ist.

Für den Friedenskreis legte Dr. Christa Degemann-Lickes Blumen nieder und brachte mit einer kleinen Ansprache und dem Vorlesen des Gedichtes für Yvonne Gerson, „Nur ein Stein“, die Verbundenheit des Friedenskreises mit den Opfern hier wie dort zum Ausdruck.

Bürgermeister Wiggers und andere Hattemer zeigten sich erfreut über die Teilnahme der Gäste aus Havixbeck. In Hattem begleiteten Menschen den ganzen Tag über diese Veranstaltung, die unter dem Motto stand: „Gedenken - mit einem Blick in die Zukunft“. Nach einer Auftaktfeier gingen sie von Haus zu Haus und erwiesen den umgekommenen jüdischen Mitbürgern mit Gebeten, Musik, Gedichten und Blumenniederlegungen ihren Respekt und ihre Anteilname.

Eine Abschlussfeier mit jiddischen Liedern und bewegenden Zeitzeugenaussagen von Menschen, die als Kinder versteckt beziehungsweise deportiert wurden und das Glück hatten, zu überleben, schloss den beeindruckenden Tag ab. Havixbecker und Hattemer wollen die neu geknüpften Beziehungen fortsetzen, so der Friedenskreis in einer Pressemitteilung.

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