Di., 21.02.2012

Hundeprüfung im Marienstift Die besten Freunde des Menschen

Hundeprüfung im Marienstift : Die besten Freunde des Menschen

Die Senioren des Marienstiftes waren die Testpersonen für die Therapiebegleithunde, als diese am Sonntagvormittag ihre Prüfung ablegen mussten. Foto: Dieter Klein

Havixbeck - 

Therapiebegleithunde sind einfühlsam und aufmerksam. Wie gut sie mit Senioren umgehen können, bewiesen sie jetzt im Marienstift.

Von Dieter Klein

Christian Wöstmann ist in Havixbeck bekannt wie ein „bunter Hund“ – und er besitzt auch einen ebensolchen: „Chayenne“, so heißt der gelungene Mix aus Schäferhund und Golden Retriever, ist zu jedermann freundlich. Kein Wunder: Schließlich tappst der Vierbeiner seit einem Jahr alle 14 Tage in die Borghorster Hundeschule von Hildegard Braun-Klabes. Dort hat er den Leistungskurs „Personensuche“ belegt. Und weil Christian Wöstmann deshalb die Hundeschule gut kennt, hat er für sie einen Kontakt zum Havixbecker Marienstift hergestellt.

Hier mussten am Sonntag gleich zwölf schwanzwedelnde Vierbeiner beweisen, dass sie im Unterricht aufgepasst hatten. Sie waren in der Klasse der „Therapiebegleithunde“ ausgebildet worden. Hier gilt es, dem besten Freund des Menschen mehr beizubringen, als nur Stöckchen zu holen und Frisbee-Scheiben zu fangen. Ein Therapiebegleithund wird unterstützend in der Therapie des Menschen im Dienste der Gesundheit, Resozialisierung beziehungsweise Rehabilitation eingesetzt. Egal ob im Privathaushalt, in Praxen oder in Einrichtungen wie dem Marienstift.

Und dass die zwölf Prüflinge ihre Lektionen gelernt hatten, das belegten Szenen, die unter die Haut gingen: Da saß zum Beispiel eine alte Dame in ihrem Rollstuhl und wartete ängstlich darauf, was nun geschehen würde. Würde der Hund sie anknurren oder gar beißen? Winzige Schweißtröpfchen auf ihrer Stirn drückten ihre Sorgen deutlich aus.

Doch Max, ein australischer Shepherd, spürte förmlich die Angst der alten Lady und näherte sich ihr in Zeitlupentempo. Dann setzte er sich direkt vor ein Rad des Rollstuhls und hob erst dann seinen Kopf. Dabei blickten seine dunklen Augen so fragend wie einschmeichelnd zu der Rollstuhlfahrerin hoch. So als wolle er sagen: „Vor mir brauchst du keine Angst zu haben!“ Damit hatte er auch ihr Herz gewonnen. Vorsichtig kraulte die Seniorin das weiche Fell zwischen seinen aufmerksam vibrierenden Ohren und spürte spontan Wärme und Zuneigung. Ihr strahlendes Gesicht sprach Bände. Prüfung bestanden. Sehr gut!

Nebenan stand Nelly, ein Retriever-Sennhund-Mix vor der gleichen Aufgabe. Nur musste er erst einmal ein gelbes Quietsche-Entchen zurückgeben, das eine alte Dame bewusst fallen gelassen und mit dem Stock ein Stückchen weggeschoben hatte. Nelly verstand, hob es vorsichtig zwischen ihre spitzen Zähnchen und gab es brav zurück. Beeindruckend.

Insgesamt hatten die Hunde vor dieser Prüfung 120 Stunden Unterricht in der Hundeschule hinter sich. Dazu kamen noch 30 Stunden in diversen Einrichtungen wie Kindergärten oder Reha-Stationen.

Prüferin Katja Steinbeiß aus Hamburg: „Schon bei der Auswahl der Welpen kommt es nicht auf schöne Augen oder ein samtweiches Fell an. Die Hunde müssen vielmehr eine besondere Wesensfestigkeit gegenüber optischen und akustischen Reizen sowie eine niedrige Aggressionsneigung auch bei Schmerzen besitzen.“

In einem Wesenszug aber unterschieden sich die hochtrainierten Prüflinge im Marienstift in nichts von Bello auf dem Sofa daheim. Man musste ihnen nur ein Leckerchen zeigen und schon schlabberten sie es einem dankbar aus der Hand.

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