Mi., 14.11.2012

Anne-Frank-Gesamtschule startet Rückholaktion Alte Handys für den Schulhof

Anne-Frank-Gesamtschule startet Rückholaktion : Alte Handys für den Schulhof

In eine Plexiglas-Box können die Schüler ihre alten Handys einwerfen. Sie werden dann an die Deutsche Umwelthilfe geschickt. Beim Aktionsstart waren Richard Nawezi (2.v. l.) und Dr. Frank Melcher (6. v. l.) mit dabei. Foto: Markus Kampmann

Havixbeck - 

Alte Handys für den Schulhof sammelt jetzt die Anne-Frank-Gesamtschule. Pro Altgerät gibt es von der Deutschen Umwelthilfe 1,50 Euro. Zum Start der Aktion waren zwei Referenten zu Gast, um die Schüler über das Thema Rohstoffrecycling und den Bergbau im Kongo zu informieren.

Von Markus Kampmann

Rund 60 verschiedene Rohstoffe sind in modernen Handys verarbeitet, weiß Dr. Frank Melcher . Viele davon können bisher nicht recycelt werden – einige aber schon. Warum das immer wichtiger wird, darüber informierte Melcher, Projektleiter „Herkunftsnachweis mineralischer Rohstoffe“ bei der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, jetzt Schüler der Anne-Frank-Gesamtschule ( AFG ) aus erster Hand – zum Auftakt einer „Handy-Rückholaktion“.

Lehrer Heiner Meschede hat das Projekt gemeinsam mit seiner Kollegin Anna Kirchner vorbereitet. Auf die Idee war Meschede bei einem Vortrag von Dr. Frank Melcher bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück gekommen. „Wir machen uns gar keine Gedanken darüber, welche Rohstoffe in Handys enthalten sind“, sagt er. Und er schlägt den Bogen zum Kongo , wo der Abbau genau solcher Rohstoffe seit Mitte der 1990er-Jahre erheblich zugenommen hat. „Es geht uns auch darum, deutlich zu machen, dass wir für eine nachhaltige Rohstoffgewinnung Mitverantwortung tragen“, sagt Meschede.

Zumindest an der Anne-Frank-Schule sollen die Rohstoffe in alten Handys nicht einfach in irgendwelchen Schubladen schlummern: Dort haben Schüler und Lehrer die Möglichkeit, ihre alten Mobiltelefone in eine Box zu werfen. Diese werden dann an die Deutsche Umwelthilfe geschickt – und bringen der Schule bares Geld: 1,50 Euro pro Handy, die der Schulhofgestaltung zugute kommen sollen.

Zum Start des Projektes war neben Dr. Frank Melcher auch Richard Nawezi mit dabei: Der Vorsitzende des Vereins Mutoto aus Münster hatte eine Gruppe von Schülern und Lehrern der AFG im vergangenen Jahr in die Demokratische Republik Kongo begleitet (WN berichteten). Die Schüler für das Thema Rohstoffe zu sensibilisieren, war ein wesentliches Ziel ihres jetzigen Besuchs.

So wusste Melcher den Oberstufenschülern im Forum zu berichten, dass rund 83 Millionen alte Handys in deutschen Haushalten lagern. Zwölf Millionen neue Smartphones seien alleine im vergangenen Jahr verkauft worden – eine Fundgrube an Rohstoffen. Alleine 40 verschiedene Metalle seien in modernen Geräten verarbeitet, vor allem Kupfer, aber auch Kobalt, Lithium, Zinn, Gold, Platin und Seltene Erden. Maximal 17 Materialien aber könnten bisher recycelt werden.

Der Bergbau beispielsweise im Kongo sei deshalb nötig, so Melcher. Trotz vieler Probleme, die er mit sich bringe, zum Beispiel in Sachen Umweltverschmutzung, sei er für viele Menschen eine Lebensgrundlage. „Für fünf Millionen Menschen im Kongo ist der Kleinbergbau die einzige Erwerbsquelle“, sagt der Experte. In einem aber ist er sich mit Richard Nawezi einig: Dringend nötig sei, dass dafür die Rahmenbedingungen geändert werden: dass faire Löhne gezahlt, Kinderarbeit verhindert, Sicherheit und Umweltschutz verbessert werden. „Hier ist die Politik in der Pflicht“, sagt Nawezi.

 

| handysfuerdieumwelt.de

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