Fr., 23.08.2013

Westfalenbier ist europaweit einzigartig Vierspännig in den Kühlschrank

Einzigartig: Dr. Andreas und Vater Bernd Klute haben es schwarz auf weiß: Ihr Westfalenbier ist jetzt europaweit als Marke geschützt.

Einzigartig: Dr. Andreas und Vater Bernd Klute haben es schwarz auf weiß: Ihr Westfalenbier ist jetzt europaweit als Marke geschützt. Foto: Axel Roll

Havixbeck/Altenberge - 

Das Unternehmerduo Dr. Andres Klute und Bernd Klute hat es jetzt schwarz auf weiß. Das von ihnen kreierte „Westfalenbier“ ist europaweit als Marke geschützt.

Von Axel Roll

Mit zwei Viererträgern Pils quer durch brautopographisches Feindesland zu laufen – in diesem Fall war es die Düsseldorfer Altstadt, wo bekanntlich fast ausschließlich braunes, malziges Altbier in die Gläser zischt – ist auf den ersten Schluck vielleicht eine Provokation. Für Dr. Andreas Klute war der lange Fußweg zu einem Kunden aber auch ein ganz praktischer Härtetest. Hält die neue Kartonverpackung oder nicht? Sie hält, und wie. Und sie setzt eine Quadriga von feurigen Westfalenschimmeln auf den Flaschenetiketten schick und plakativ in Szene. Dass der identitätsstiftende Gerstensaft der Klutes, mit auf dem Kutschbock sitzt Vater Bernd , jetzt als Vierspänner in den heimischen Kühlschrank galoppieren kann, ist für das Unternehmerduo aber nur ein relativ kleiner Schritt hin zum erfolgreichen Kräftemessen mit den Großen der Branche. Viel wichtiger: Das „ Westfalenbier “ ist einzigartig – in ganz Europa.

Vater und Sohn haben das jetzt schwarz auf weiß. Das HABM, das ist das Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt der Europäischen Union mit Sitz im spanischen Alicante – ja, so etwas gibt es tatsächlich –, hat den beiden gerade die entsprechende Urkunde mit der Nummer 011250231 zugeschickt. In den 27 EU-Mitgliedsstaaten ist der Name „Westfalenbier“ mit dem stolzen Ross im Wappen nun als Gemeinschaftsmarke geschützt. In 22 Amtssprachen musste dazu das Papier übersetzt werden.

Vor gerade mal zwei Jahren haben Bernd und Andreas Klute die Pferde gesattelt für den langen Ritt hin zu einer kleinen, aber feinen und dazu noch erfolgreichen Biermarke. Der Clou, die Geschäftsidee dabei: Westfalen trinken zwar am liebsten Bier, ein „Westfalenbier“, das gab es aber noch nicht. Nach der Geburt dieses ebenso originellen wie naheliegenden Namens musste Braumeister Gerd Siebel ran. Und der hat ein Bierchen aus dem Ärmel geschüttelt, das wie Westfalen schmeckt – sagt Bernd Klute: „Vollmundig, süffig, einfach lecker.“ Und dabei noch deutlich anders als die Gerstensäfte der Großkonzerne, wie der Experte findet. Darum kann er sehr gut damit leben, dass sein Familienunternehmen von den Global Playern (noch) nicht ernst genommen wird.

So haben die Klutes weder die Marktmacht, noch das nötige Kleingeld, um ihr Produkt mit großen Werbekampagnen in die Regale der Getränkeanbieter zu schieben oder an die Zapfhähne der Gaststätten zu bringen. „Wir müssen Klinken putzen“, lacht Andreas Klute. Das ist manchmal gar nicht so einfach, auch wenn die Wirte oder Ladeninhaber das Westfalen-Bier lecker finden. Viele Gesprächspartner sind vertraglich an Marken gebunden.

Allerdings arbeitet die Zeit für Klein-Brauereien wie die der beiden Klutes. Überall im Land werden alte Marken wiederbelebt oder neue – wie das Westfalenbier – gegründet. Laut Nachrichtenmagazin „Spiegel“ ist die Zahl dieser Minibetriebe von 2006 bis 2011 um 25 Prozent auf 653 Betriebe gewachsen. Erklärung der Fachleute: Mit der „Mutlosigkeit der Mächtigen im Markt“ wachse der Wunsch nach Individualität. Darauf stoßen Andreas und Bernd Klute an. Natürlich mit dem europaweit einzigartigen Westfalenbier. Prost.

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