Di., 18.03.2014

Erzbischof zu Gast in der Havixbecker Gesamtschule Weltkirche zu Gast in Havixbeck

Erzbischof John Baptist Odama im Gespräch mit Schülern aus der gymnasialen

Erzbischof John Baptist Odama im Gespräch mit Schülern aus der gymnasialen Foto: Torsten Habbel

Havixbeck - 

Tief beeindruckt zeigten sich die Schüler, als der Erzbischof ihnen vom Schicksal der Kindersoldaten erzählte.

Auf dem AFG-Stundenplan stand ein hoher Besuch. Der afrikanische Erzbischof John Baptist Odama , Vorsitzender der Bischofskonferenz in Uganda , kam zunächst in die Klasse 10.1 und schilderte den sichtlich bewegten Schülerinnen und Schülern und deren Religionslehrerin Doris Frommeyer die derzeitige Lage in seinem Heimatland Uganda.

Organisiert hatte den Besuch an der Anne-Frank-Gesamtschule (AFG) das Referat Weltkirche des Bischöflichen Generalvikariats Münster. Erzbischof Odama ist anlässlich der Fastenaktion des Bischöflichen Hilfswerks Misereor zu Gast im Bistum. Begleitet wurde er von der Dolmetscherin Angelika Joachim. Unter dem Motto „Mut ist, zu geben, wenn alle nehmen“ stellt Misereor in diesem Jahr Uganda in den Mittelpunkt.

Dort wird der Aufbau von Schulen gefördert. Außerdem zeigt das Hilfswerk in Projekten den Menschen, wie sie den Ertrag ihrer Felder steigern können. Welche Ungerechtigkeiten es in Uganda gibt und wie nach jahrelangen gewalttätigen Auseinandersetzungen Frieden entstehen konnte, erzählte Odama sehr anschaulich.

Odama, der seit 1999 Erzbischof der Diözese Gulu im Norden Ugandas ist, berichtete den Jugendlichen auf Englisch: „In der ganzen Zeit war ich immer auch als Friedensarbeiter aktiv. In Uganda tobte von 1986 bis 2006 ein verheerender Bürgerkrieg zwischen Regierung und Rebellen. Im Bistum Gulu fielen alleine 100 000 Menschen dem Krieg zum Opfer.“

Tief beeindruckt zeigten sich die Schüler, als der Erzbischof ihnen vom Schicksal der Kindersoldaten erzählte: „Die Rebellen haben viele Kinder im Alter von acht bis 15 Jahren verschleppt und gezwungen, für sie zu kämpfen. Viele von ihnen mussten ihre eigenen Eltern, Geschwister und Verwandten ermorden, damit sie danach nur noch den Rebellenführern gegenüber loyal waren.“ Auch die übrige Bevölkerung habe unter dem Bürgerkrieg sehr gelitten. Dass es trotzdem zu einem Frieden kam, ist nicht zuletzt auch dem 66-Jährigen, der gemeinsam mit muslimischen, orthodoxen und anglikanischen Religionsführen arbeitet, zu verdanken.

Es seien zwar noch nicht alle Wunden verheilt, aber „es gibt viel mehr Ruhe“, berichtete der Erzbischof, „und viele Menschen kehren in ihre Heimat zurück“.

In der gymnasialen Oberstufe wurde Erzbischof Odama zudem auf den Gesetzesvorstoß von Ugandas Präsident Museveni im Februar angesprochen. In Uganda wird die Bevölkerung dazu aufgefordert, Homosexuelle dem Staat zu benennen. Diese können unter Umständen lebenslang inhaftiert werden. „Die Kirche“, so Odama, „akzeptiert zwar keine sexuellen Handlungen unter Homosexuellen, verurteilt die Menschen jedoch nicht!“ Die Schüler hakten nach und fragten, ob er Homosexuelle im Kirchengebäude schützen würde, wenn sie Zuflucht suchen würden. „Ja, selbstverständlich!“, lautete die eindeutige Antwort des Bischofs und verwies auf das Doppelgebot der Gottes- und Nächstenliebe als Richtschnur christlichen Handelns.

Die Begegnung des Erzbischof mit den Schülern waren gekennzeichnet von großem gegenseitigen Interesse und hoher Achtung voreinander. Die Schülerfragen wurden respektvoll vorgetragen und von Odama glaubwürdig beantwortet. Die begleitenden Religionslehrer Doris Frommeyer, Sabine Adler und Dr. Torsten Habbel waren beeindruckt von der gegenseitigen Offenheit.

Erzbischof Odama bedankte sich ausdrücklich für die Begegnung und die Schüler antworteten mit einem großen Applaus.

Zum Thema

Dieser Bericht wurde von Arne Benecke und Yannik von Hebel, Schüler des Pressekurses der Anne-Frank-Gesamtschule, in Zusammenarbeit mit unserer Zeitung verfasst.

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Die Rebellen haben viele Kinder im Alter von acht bis 15 Jahren verschleppt und gezwungen, für sie zu kämpfen.

Erzbischof John Baptist Odama

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