Fr., 06.06.2014

Literaturkursus an der Anne-Frank-Gesamtschule Im Rausch köstlicher Unterhaltung

Gegen ein Untier – von den Schülern des Literaturkurses fantasievoll gestaltet und dargestellt – muss Alice kämpfen.

Gegen ein Untier – von den Schülern des Literaturkurses fantasievoll gestaltet und dargestellt – muss Alice kämpfen. Foto: Dieter Klein

Havixbeck - 

Iris Adamzick, Lehrerin und Theaterpädagogin an der Anne-Frank-Gesamtschule, Initiatorin und Regisseurin, weiß selbst nicht mehr ganz genau, das wievielte Stück ihre Schülerinnen und Schüler in diesen Tagen aufführen. „Jedes Jahr eben eins.“

Von Dieter Klein

Über die dunkle Bühne des Forums huschen abenteuerliche Gestalten. Schweine, Geister, Bären, Engel, Hasen mit weißen Ohren, dickbäuchige Männer und die Hofsklaven der „Herzkönigin“, deren Herz allerdings wenig Liebe versprüht. Denn in Wirklichkeit ist sie ein herzloses Biest. Somit glaubt der unbefangene Zuschauer mehr eine „Alice im Horrorcamp“ als eine „ Alice im Wunderland “ zu sehen.

Iris Adamzick, Lehrerin und Theaterpädagogin an der Anne-Frank-Gesamtschule, Initiatorin und Regisseurin, weiß selbst nicht mehr ganz genau, das wievielte Stück ihre Schülerinnen und Schüler in diesen Tagen aufführen. „Jedes Jahr eben eins.“ Was sie aber weiß, ist, dass ihre jungen Schauspieler des zwölften Jahrgangs mit viel Fantasie und Liebe zum Skurrilen dabei sind. Dass vieles an Dialogen infolge der schlechten Bühnenakustik und fehlender Mikrofon-Übertragung unten im Saal un- oder nur ansatzweise verständlich war, macht das junge Ensemble des Literaturkurses mit Spielfreude und Ausstattung wieder wett.

Das Märchen wurde realisiert. Bevor Alice in ihre Traumwelt schlüpfen kann, durchlebt sie eine Art von „Saat der Gewalt“. Erst als das Mädchen allein gelassen nachsitzen muss, kommen die Geister. Typen, denen aus dem „Krieg der Sterne“ nicht unähnlich. Ein weißes, sprechendes Kaninchen, ein Schwein am Suppentopf, eine kaltschnäuzige Königin mit ihrem devoten Ehemann, ein paar Hofschranzen, zwei Hofsklaven, mehr Narren als Henker, und nicht zuletzt ein passables Untier namens Zipferlak. Und gegen dieses fantasievoll gestaltete Untier muss Alice kämpfen, will sie das weiße Kaninchen vor dem Henkerbeil und dem Suppentopf retten. „Wetten das Alice dies schafft!“

Das ganze Stück ist ein Gewinn. Iris Adamzick hat ihren Schülern viel Freiheit gelassen. Das macht sich gut. Denn mit ihren Rollen nach langen Proben bestens vertraut, spielen sich die Akteure auch abseits der vorgegebenen Szenen in einen wahren Rausch köstlicher Unterhaltung . Nicht nur für das Publikum, auch für sich selbst. Und das kommt an. Endlose „Vorhänge“ danken es ihnen.

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