Di., 17.06.2014

Erster Platz für AFG-Schülerzeitungsredakteure In Frankfurt ausgezeichnet

Havixbeck - 

Mehr als 150 Schülergruppen hatten sich in den Monaten vor Anne Franks Geburtstag am 12. Juni mit deren Leben und mit deren Bedeutung für die Gegenwart beschäftigt.

Was bedeutet uns Anne Frank heute? Oder etwas provokanter gefragt: Ist die Geschichte des jüdischen Mädchens, das im Versteck ein Tagebuch schrieb, für die jüngere Generation überhaupt noch interessant? Auf diese Fragen fanden die Redakteure des „Habicht“, der Schülerzeitung an der Anne-Frank-Gesamtschule Havixbeck ( AFG ), um Lukas Splitthoff und Niklas Bilk einige Antworten.

Diese reichten sie zu einem bundesweiten Wettbewerb ein, und ihre Arbeit honorierte die Jury des Anne-Frank-Zentrums Frankfurt . Der Beitrag, der in der nächsten Ausgabe des Habicht veröffentlicht wird, belegte den ersten Platz. Lukas Splitthoff und Niklas Bilk fuhren jetzt nach Frankfurt zum Anne-Frank-Zentrum und wurden dort geehrt. Stolz und erfreut nahmen sie ihren Preis – eine zweitägige Fahrt nach Amsterdam – in Empfang.

Mehr als 150 Schülergruppen hatten sich in den Monaten vor Anne Franks Geburtstag am 12. Juni mit deren Leben und mit deren Bedeutung für die Gegenwart beschäftigt. Dabei reichten die teilnehmenden Schüler aus ganz Deutschland Projekte mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten und Formen ein – Bilder, Zeichnungen, Collagen, Schauspiele, Filme und Schülerzeitungen, heißt es in der Pressemitteilung der Schule.

Die prominente Jury um Buddy Elias, Cousin von Anne Frank, Schriftstellerin Mirjam Pressler, Graffiti-Künstler Helge „Bomber“ Steinmann und Moderatorin Bärbel Schäfer hob die Havixbecker Schülerzeitung mit lobenden Worten hervor. Niklas Bilk sei es gelungen, die traurige, aber dennoch auch hoffnungsvolle Stimmung der damaligen Zeit in einer Geburtstagsrede und einem fiktiven Interview mit der 85-jährigen Anne Frank einzufangen. Lebte Anne Frank jetzt noch, blickte sie vermutlich so zurück: „Der Nationalsozialismus hat mir meine Kindheit genommen“.

In einem Kommentar setzt sich Niklas mit der Schuldfrage auseinander: „Sind wir für den Holocaust verantwortlich? Könnte uns Anne Frank verzeihen?“ Die Antwort heißt für den jungen Redakteur: „Wir Schülerinnen und Schüler tragen keine Verantwortung für das, was damals geschah. Aber wir sind verantwortlich für das, was heute ist.“

Mit vielen kleinen Berichten zeigt der Habicht, was die AFG-Schüler in diesem Sinne an ihrer Schule und in der Gemeinde Havixbeck machen. Zum Beispiel haben Schülerinnen und Schüler der AFG dafür gesorgt, dass auch in Havixbeck „Stolpersteine“ für die Havixbecker Juden gesetzt wurden. Und die Schülervertretung hat für diese „Stolpersteine“ eine Patenschaft übernommen. AFG-Schüler nehmen auch jedes Jahr im Januar am Gedenktag zum Holocaust teil, halten dort auch kleine Reden. Und die AFG feiert auch. So in der letzten Woche noch Anne Franks 85. Geburtstag.

Das letzte Wort bei der Preisverleihung hatte Buddy Elias, der Cousin von Anne: „Anne, wenn du wüsstest, was die jungen Leute hier und heute über dich geschrieben haben, du würdest dich freuen.“

Die neue Ausgabe des Habicht mit dem Themenschwerpunkt Anne Frank erscheint in Kürze. Dann ist sie auch auf der Internetseite der Schule nachzulesen.

 

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