Di., 16.09.2014

Oberstufenschüler der AFG arbeiteten am Institut für Geoinformatik Intelligenter Busfahren spart Geld

Das sollten sich die Havixbecker nicht entgehen lassen: In der Volksbank ist das Modell für ein intelligentes Havixbeck zu sehen.

Das sollten sich die Havixbecker nicht entgehen lassen: In der Volksbank ist das Modell für ein intelligentes Havixbeck zu sehen. Foto: Klaus de Carné

Havixbeck - 

Lange Fahrten mit dem Schulbus oder die Parkplatzsuche – Schüler der Jahrgangsstufe 12 der Anne-Frank-Gesamtschule entwickelten gemeinsam mit Studierenden des Instituts für Geoinformatik der Uni Münster Lösungen, die das Leben im Ort leichter machen können.

Von Klaus de Carné

Im Projekt „SWAG – Städte werden smArt gemacht“ haben Schüler des 12. Jahrgangs der Anne-Frank-Gesamtschule ( AFG ) zusammen mit Studierenden des Instituts für Geoinformatik (IFGI) der Uni Münster Smart-City-Konzepte für Havixbeck diskutiert und praktisch umgesetzt. So gingen die Schüler einige Probleme an, mit denen sie selbst und die Bürger in Havixbeck täglich zu tun haben, wie zum Beispiel die besonders langen Fahrten des Schulbusses oder die schwierige Parkplatzsituation.

„Mindestens ein Projekt wäre für den Ort Havixbeck umsetzbar. Auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten wäre es eine interessante Variante, um Geld einzusparen“, berichtete Thomas Bartoschek vom IFGI. Um die Rückfahrten aus der Schule zu optimieren, entwickelten die Schüler ein Gerät, basierend auf dem Kleinstcomputer Raspberry Pi. Beim Einstieg in den Bus kann sich jeder Schüler „anmelden“, indem er einen Chip am Lesegerät an der Tür vorbeizieht.

Studierende wiesen die AFG-Schüler ein.

Studierende wiesen die AFG-Schüler ein. Foto: SWAG-Projekt

Aus Datenschutzgründen wird nur die Ausstiegshaltestelle auf jedem Chip gespeichert. Die Haltestellen werden drahtlos an eine Navigations-App auf ein Smartphone oder Tablet beim Busfahrer übertragen. Dort wird die optimale Route berechnet. Wenn ein Schüler aus einem entlegenen Ort fehlt, braucht der Bus nicht dort vorbeizufahren und spart Kraftstoff, Zeit und CO2-Ausstoß.

Im Modell wurde außerdem ein Parkplatzsystem entwickelt, das die Bürger jederzeit über freie Parkplätze informiert. Jede öffentliche Parklücke wird mit einem günstigen Sensor ausgestattet, der dauernd prüft, ob sie besetzt ist. Diese Information wird ins Internet übertragen und kann von einer Parkplatz-App genutzt werden und so Autofahrer immer zum nächsten, freien Parkplatz leiten.

„So wird viel unnötiger Verkehr eingespart, denn bis zu 50 Prozent des städtischen Verkehrs stammt von der Parkplatzsuche“, berichtet Thomas Bartoschek.

Diese und viele weitere Konzepte einer „Smart City“ haben die Schüler erarbeitet und stellen sie bis Freitag in der Volksbank in Havixbeck den Bürgern vor.

In den Räumen der Uni Münster wurde am Modell gebaut.

In den Räumen der Uni Münster wurde am Modell gebaut. Foto: SWAG-Projekt

In einer „Smart City“ werden mit Hilfe der Technologien und der Vernetzung städtische Aufgaben in den Bereichen Verkehr, Energie, Umwelt, Ver- und Entsorgung, optimiert – stets im Hinblick auf Nachhaltigkeit und unter Beachtung der Privatsphäre und des Datenschutzes. Die Schüler befassten sich explizit mit diesen Fragen und den Folgen der Digitalisierung für die Gesellschaft in einer Ethikkommission.

Das Projekt wurde im Rahmen des Wissenschaftsjahres „Die Digitale Gesellschaft“ durchgeführt, in dem das Institut für Geoinformatik mit seinem Konzept beim Hochschulwettbewerb gewonnen hat.

„Die Zusammenarbeit des IFGi mit der AFG ist zum Bestandteil unser Schule geworden. Hier lernen die Schüler die Bedeutung von Havixbeck in einem universitären Rahmen kennen“, meinte Schulleiter Dr. Torsten Habbel.

 

 

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