Mo., 18.05.2015

AFG-Klasse im Landtag Jugendliche „können Demokratie“

Spannender Projekttag: Die Klasse 10.3 traf sich im Landtag mit der Abgeordneten Nadja Lüders (l.).

Spannender Projekttag: Die Klasse 10.3 traf sich im Landtag mit der Abgeordneten Nadja Lüders (l.). Foto: AFG

Havixbeck/Düsseldorf - 

Erst simulierten sie eine Debatte, dann diskutierten sie mit der Abgeordneten Nadja Lüders: Die Klasse 10.3 der Anne-Frank-Gesamtschule hat den Düsseldorfer Landtag besucht.

Was kann man tun gegen die zunehmende rechte Gewalt? „Wir sollten alle wählen gehen! Eine geringe Wahlbeteiligung schadet der Demokratie!“ Und: „Wir müssen darauf achten, dass wir uns wieder mit mehr Respekt begegnen!“ Diesen Appell richtete Nadja Lüders , NRW-Landtagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD , an die Klasse 10.3 der Anne-Frank-Gesamtschule.

Die Schüler waren am Mittwoch im Rahmen eines Projekttages „Die Demokratie stärken“ zusammen mit ihren Klassenlehrern Gabriele Schneider und Robert Hülsbusch nach Düsseldorf gefahren. Dort nahmen sie an einem Besuchsprogramm des Landtags teil. Eine Stunde nahm sich Nadja Lüders Zeit, um mit den jungen Leuten aus Havixbeck intensiv über das Thema Rechtsextremismus zu diskutieren.

Lüders vertritt den Wahlkreis Dortmund . Dortmund gilt seit vielen Jahren als Hochburg der rechten Szene. Aufmärsche, Stadtviertel, die von den Rechten fast beherrscht werden, Neo-Nazi-Konzerte, Drohbriefe an Politiker, bei der jüngsten Kommunalwahl schaffte die rechtsradikale Partei „Die Rechte“ gar den Sprung ins Rathaus – ausführlich schilderte Nadja Lüders, wie die rechte Szene agiert: „Wir dürfen den Neo-Nazis nicht das politische Feld, auch nicht die Straße überlassen.“ Deshalb würden viele Menschen immer wieder Gegendemonstrationen und Gegenaktionen organisieren. Sie sei selbst sei oft mit dabei.

Was kann grundsätzlich tun? Wichtig sei Bildung. Die jungen Menschen müssen wissen, was zwischen 1933 und 1945 in Deutschland geschah. Lüders freute sich zu hören, dass die Klasse der AFG sich ausführlich im Gesellschaftslehre-Unterricht mit dem Nationalsozialismus, aber auch mit dem Thema „Neo-Nazis“ beschäftigt hatte. Darüber hätte Schule auch den Auftrag, junge Menschen stark und selbstbewusst zu machen. „Und wir müssen immer wieder unsere Demokratie schützen. Sie ist sehr fragil.“

Wie die parlamentarische Demokratie in der Praxis funktioniert, das erfuhren die Havixbecker zu Beginn des Besuchsprogramms. Zusammen mit weiteren Schülergruppen nahmen sie im Plenarsaal des Landtags die Sitze der Abgeordneten ein und simulierten eine Debatte. Melina Frigge, Schülerin der 10.3, eröffnete als Landtagspräsidentin die Sitzung und rief die „Drucksache 16/9999“ auf: „Entwurf eines Gesetzes zur Änderung der Verfassung für das Land NRW: Wahlrecht ab Geburt.“

Für die SPD-Fraktion trat als erste Rednerin AFG-Schülerin Larissa Häger ans Rednerpult. Sie lehnte den Entwurf ab: „Zwar könnten die Eltern für die kleinen Kinder wählen und dabei das Wohl des Kindes im Blick haben. Dieses kann man jedoch nicht nachprüfen. Manche würden diese Situation ausnutzen, um ihrer Partei eine weitere Stimme geben zu können.“ Häger schlug vor, die Altersbeschränkung beim Wählen allgemein auf 16 Jahre abzusenken.

Nach weiteren Rednern ergriff auch „Ministerpräsidentin Kraft“ (AFG-Schülerin Celine Krüger) das Wort. Auch sie lehnte den Gesetzentwurf ab: „Kinder und Jugendliche haben noch zu wenig Ahnung von Politik. Fragen Sie doch mal ein sechsjähriges Kind, wieso man wählen gehen sollte!“

Bei der Abstimmung wurde der Gesetzentwurf fast einstimmig in den Haupt-, Innen- und Jugendausschuss überwiesen. Die Schülerinnen und Schüler zeigten an diesem Tag: Sie interessieren sich für Politik und „können Demokratie“.

Auch die anderen Zehner-Klassen beschäftigten sich am Projekttag mit dem Thema „Die Demokratie stärken.“ So lud die Klasse 10.4 zusammen mit ihren Klassenlehrerinnen Maria-Anna Horstrup-Trzeciak und Katharina Karsch den Havixbecker Polizeibeamten Willy Rüping ein, um mit ihm über das Thema „Extremismus und Jugend“ zu arbeiten.

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