Fr., 04.09.2015

Minicomputer zeichnet Umweltdaten auf Hightech für die Leeze

Schüler der Anne-Frank-Gesamtschule programmierten gemeinsam mit Studierenden der Universität Münster in der „Denkschmiede“ des Instituts für Geoinformatik.

Schüler der Anne-Frank-Gesamtschule programmierten gemeinsam mit Studierenden der Universität Münster in der „Denkschmiede“ des Instituts für Geoinformatik. Foto: AFG

Havixbeck - 

Das Fahrrad steht im Mittelpunkt eines Projekts, das die Anne-Frank-Gesamtschule Havixbeck in Kooperation mit dem Institut für Geoinformatik (ifgi) der Universität Münster durchführt

Hamburg will die fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands werden und damit Münster seine Vorrangstellung streitig machen. Kopenhagen möchte den Autoverkehr um 50 Prozent halbieren und stärkt einseitig die Radfahrer. Bordeaux‘ Bürgermeister stoppte alle Metropläne und will die Großstadt in eine Fahrradstadt umbauen. Auch in Havixbeck wird die Verkehrssituation diskutiert, zuletzt bei den Podiumsdiskussionen zur Bürgermeisterwahl.

In diese lebhafte Diskussion mischte sich die Anne-Frank-Gesamtschule ( AFG ) in Kooperation mit dem Institut für Geoinformatik (ifgi) der Westfälischen Wilhelms-Universität ein. Denn im Mittelpunkt des diesjährigen Projekts steht das Fahrrad .

„Ich wüsste gerne, wie hoch die Lärmbelastung auf der Route ist, die ich gewählt habe“, kannte der leidenschaftliche Fahrradfahrer und Oberstufenschüler Marvin Hünteler den Wunsch vieler Fahrradfahrer. Mit dieser und anderen Ausgangsfragen im Kopf entschieden sich die Schüler und Studenten in der Projektwoche der Anne-Frank-Gesamtschule eine „Bike-Box“, die am Fahrrad befestigt werden kann, zu konstruieren.

Das Herzstück der Box ist ein Arduino-Microcontroller. Dabei handelt es sich um einen Minicomputer , der für weniger als 30 Euro zu kaufen ist. Er kann mit verschiedenen Sensoren bestückt und so programmiert werden, dass während der Fahrt diverse Daten gespeichert werden: Geschwindigkeit, Feinstaub, Temperatur, Luftdruck, Helligkeit, UV-Belastung und Lärmbelastung. Die Messergebnisse sollen dem Fahrradfahrer direkt angezeigt werden. Zusätzlich werden die Daten nach der Fahrt auf einer Internetseite ausgewertet und anderen zur Verfügung gestellt werden.

Da dank GPS Ort und Zeit exakt mitgespeichert werden, sei eine Bewertung der einzelnen Fahrrouten zum Beispiel abhängig von der Tageszeit möglich, erläutert das Projektteam in einer Pressemitteilung. Verschiedene Arbeitsgruppen kümmerten sich um diese Programmierung des Microcontrollers und um die Auswertung und Aufbereitung der Daten auf einer Internetseite.

Eine weitere Arbeitsgruppe entwickelte für das Messgerät mit einer 3D-Software am Computer ein passendes Gehäuse. Die Schüler überlegten dabei, wo die Sensoren platziert und wie sie befestigt werden, damit sie einwandfrei arbeiten können. Dabei kam ein 3D-Drucker des Instituts zum Einsatz, der die schnelle und kostengünstige Produktion von Kleinstserien ermöglicht.

Die PR-Gruppe kümmerte sich um Zeitungsartikel und Facebook-Beiträge (Facebook: „sensebox“). Außerdem hat sie ein kleines Filmteam zusammengestellt, das den ganzen Entwicklungsprozess mit einer Kamera begleitete und einen Film über die Arbeit erstellte.

Damit das ganze Projekt mit 50 Schülern, zehn Studenten, Uni-Dozenten und Lehrern strukturiert ablief und die Arbeitsgruppen reibungslos zusammenarbeiten konnten, wurden die Schüler in das Arbeitskonzept von Scrum eingeführt – eine Methode des Projektmanagements, die bei der Entwicklung von Software inzwischen internationaler Standard ist. In jeder Arbeitsgruppe übernimmt ein Schüler die Aufgabe des Scrum-Masters, der für die Kommunikation zwischen den Gruppen zuständig ist.

Doch damit ist das Projekt noch nicht abgeschlossen, sondern kann von den Oberstufenschülern in einem Projektkurs weiter vertieft werden. Hier sind weiterführende Forschungsvorhaben denkbar, die mit Hilfe der „Bike-Box“ realisiert werden können.

„Die Oberstufenschüler nehmen erneut an einem internationalen Forschungsprojekt teil, das einen reellen Bezug zur Gemeinde Havixbeck hat“, freute sich Schulleiter Dr. Torsten Habbel.

Zum Thema

Am Freitag (4. September), dem letzten Tag der Projektwoche, werden das fertige Produkt wie auch der Film im Forum der AFG präsentiert. Alle Interessierten sind dazu von 9.50 bis 11.20 Uhr eingeladen. Die AFG öffnet gleichzeitig auch im Alt- wie im Neubau für alle ihre Türen. Dort werden die anderen Projekte wie „Körpersprache“ oder „Anne Frank“ vorgestellt.

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