„Alles dicht in NRW“
Angst vor Kosten in Millionenhöhe

Havixbeck -

Das Netzwerk der Bürgerinitiativen „Alles dicht in NRW“ traf sich zu einem Erfahrungsaustausch in Havixbeck.

Montag, 28.11.2016, 06:11 Uhr

Vertreter von Bürgerinitiativen aus ganz Nordrhein-Westfalen trafen sich zum Meinungsaustausch in Havixbeck.
Vertreter von Bürgerinitiativen aus ganz Nordrhein-Westfalen trafen sich zum Meinungsaustausch in Havixbeck. Foto: Bürgerinitiative Havixbeck

Auf Einladung der Bürgerinitiative (BI) Havixbeck traf sich das Netzwerk der Bürgerinitiativen „Alles dicht in NRW “ zum sechsten Mal in Havixbeck im Hotel Kemper . Auf der Tagesordnung standen unter anderem der aktuelle Sachstand in den einzelnen Gemeinden und der Zwischenbericht über das zurzeit laufende Moratorium der Landesregierung über die möglichen Auswirkungen von undichten privaten Abwasserleitungen.

„Derzeit ist die Prüfung privater Abwasserkanäle nur noch Thema in Wasserschutzgebieten der Stufen 1 und 2, aber einige Kommunen im Lipperland und Ostwestfalen sind zusätzlich noch in den sogenannten ‚Fremdwassergebieten‘ tätig und stellen ihre Bürger unter Generalverdacht“, berichtet BI-Sprecher Roland Schmidt in einer Pressemitteilung über das Treffen.

„So konnten die Freunde der BI Horn-Bad Meinberg von einem besonders krassen Fall berichten“, führt Schmidt weiter aus. „Bei einer flächendeckenden Zwangsprüfung in einer Siedlung mit 110 Häusern fand sich kein einziger Schaden oder gar Sanierungsfall. Lediglich 18 Fehlanschlüsse an den Regenwasserkanal, die aber schon seit vielen Jahren bekannt waren, fielen bei der Prüfung auf. Statt diese bekannten Fehler vorab zu beheben, wurden die Bürger zu erheblichen, unnötigen Kosten gezwungen.“

Da eine gütliche Einigung nicht möglich sei und weitere Siedlungen betroffen seien, werde von der BI Horn-Bad Meinberg jetzt auf dem Klageweg versucht, weitere unnötige Belastungen von ihren Mitgliedern fernzuhalten. In Extertal lägen die Verhältnisse ähnlich.

Ein weiteres landesweites Thema ist Erweiterung der Kläranlagen um eine vierte Reinigungsstufe. Die Bürgerinitiativen befürchten Investitionen von vielen Millionen Euro. Ziel ist es Mikroschadstoffe, zum Beispiel Arzneimittelrückstände, aus dem geklärten Abwasser vor der Einleitung in Oberflächengewässer zu entfernen.

„Wobei der Umweltnutzen noch nicht eindeutig klar ist. Die minimalen und teilweise kaum messbaren Einträge werden aber von einigen Umweltverbänden, vor allem aber der Kanalindustrie zur ‚Panikmache‘ missbraucht“, sieht BI-Sprecher Roland Schmidt die Sache kritisch.

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