Mi., 21.10.2015

Geschichte der „Friedensinitiative Havixbeck“ Bunte Aktionen für den Frieden

Mitglieder des Friedenskreises nahmen die Arbeit von den AFG-Schülerinnen entgegen: (v.l.) Roger Reinhard, Ann-Kathrin Spreer, Dr. Christa Degemann-Lickes, Sarah Heithoff und Prof. Dr. Wolfgang Köhnlein.

Mitglieder des Friedenskreises nahmen die Arbeit von den AFG-Schülerinnen entgegen: (v.l.) Roger Reinhard, Ann-Kathrin Spreer, Dr. Christa Degemann-Lickes, Sarah Heithoff und Prof. Dr. Wolfgang Köhnlein. Foto: Friedenskreis

Havixbeck - 

Die Art und Weise, mit der die Mitglieder der „Friedensinitiative Havixbeck“ sich für den Frieden einsetzten, sorgte am Anfang der 1980er-Jahre für Aufsehen.

Anfang der 1980er-Jahre erregte eine damals neu gegründete Gruppe Aufsehen. Sie nannte sich „ Friedensinitiative Havixbeck “. Im Rahmen des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten mit dem Thema „Anders sein – Außenseiter in der Geschichte“ beschäftigten sich zwei Schülerinnen der Anne-Frank-Gesamtschule ( AFG ) Havixbeck mit dieser Organisation. Ihr Fazit: „Die Gruppe war in der Tat anders, sicher auch Außenseiter. Sie blieb es aber nicht.“

Ann-Kathrin Spreer und Sarah Heithoff, beide im neunten Jahrgang an der AFG, recherchierten die Geschichte der damaligen Friedensinitiative Havixbeck und veröffentlichten sie in einer umfangreichen Arbeit. Dr. Christa Degemann-Lickes und Roger Reinhard, die in der damaligen Friedensinitiative maßgeblich mitwirkten und noch heute in Havixbeck Friedensarbeit machen, nahmen die Arbeit freudig entgegen.

Gerne erinnerten beide sich an Aktionen, mit denen sie auf das Thema Frieden aufmerksam machten. Die Initiative beteiligte sich zum Beispiel an Karnevalsumzügen. 1983 lautete ihr Motto: „Indianer vom Stamm der weißen Taube auf dem Friedenspfad“. Als „normale“ Besucher die Friedensaktivisten als Spitze des Zuges sahen, kamen, so erinnerte sich Dr. Christa Degemann-Lickes, auch kritische Kommentare: „Das fängt ja schon gut an!“

Viele weitere Aktionen folgten: Diskussionsveranstaltungen, Demonstrationen und Marktaktionen. Oft schauten andere Bürger irritiert zu. Die Friedensaktivisten unterschieden sich nicht nur durch die bunten Aktionsformen, auch ihre Inhalte waren neu: Radikale Kritik an der bis dahin geltenden militärischen Abschreckungsdoktrin, die Forderung nach Abschaffung der Bundeswehr und der Nato, halt: „Frieden schaffen ohne Waffen“.

Eine größere Kontroverse löste die Friedensinitiative 1991 aus. Zum 8. Mai fand ein öffentliches Gelöbnis der Bundeswehr in Havixbeck statt. Die Gemeinde unterhielt zu der Zeit eine Patenschaft zu einem Panzerbataillon der Bundeswehr in Münster-Handorf. „Wir protestierten mit Briefen an den Bürgermeister und an den Gemeindedirektor und waren mit Transparenten und Plakaten am Rande der Zeremonie präsent“, schaute Roger Reinhard zurück.

Wenn er auch Sympathien für die Friedensgruppe aufbrachte, so kritisierte der damlige Gemeindedirektor Reiner Guthoff diesen Protest deutlich. Insgesamt jedoch schätzte Guthoff die damalige Friedensinitiative heute in einem Interview mit den Schülerinnen positiv ein: „Ja, sie waren anders, aber im positiven Sinne. Sie haben Dinge hinterfragt, die wir so im Alltag gar nicht hinterfragt haben, und sie hatten auch den Mut, tätig zu werden. Ich habe sie wirklich geschätzt.“

Dass die Geschichte der Friedensinitiative Havixbeck letztlich eine Erfolgsgeschichte ist, zeigt sich daran, dass es sie heute – nach 30 Jahren – immer noch gibt. Mittlerweile nennt sie sich „Friedenskreis an der Anne-Frank-Gesamtschule“.

Ann-Kathrin Spreer und Sarah Heithoff kommen in ihrer Arbeit zu folgender Bewertung: „Die Friedensinitiative setzte sich für den Frieden in und außerhalb von Havixbeck ein. Die Mitglieder kämpften, demonstrierten und engagierten sich mit viel Aufwand für ihre Überzeugungen. Auch wenn es seine Zeit und Anstrengungen brauchte, die Friedensaktivisten wurden schließlich akzeptiert. Für die Bewohner von Havixbeck hat der Frieden einen hohen Stellenwert bekommen. Havixbeck kann froh sein, dass wir hier eine so engagierte Gruppe von Leuten haben.“

Zum Thema

Die Geschichtsarbeit kann im Internet gelesen werden.

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