Mi., 13.01.2016

DRK Ortsverein Havixbeck Geschafft! Meine erste Blutspende

140 Blutspender kamen ins AFG-Forum zur DRK-Blutspendeaktion. Immerhin waren darunter sieben Erstspender, was das Rote Kreuz wieder hoffen lässt, denn die Bereitschaft ist nicht mehr so hoch.

140 Blutspender kamen ins AFG-Forum zur DRK-Blutspendeaktion. Immerhin waren darunter sieben Erstspender, was das Rote Kreuz wieder hoffen lässt, denn die Bereitschaft ist nicht mehr so hoch. Foto: Maxi Krähling

Havixbeck - 

Das Rote Kreuz sucht immer Blutspender, um die Krankenhäuser beliefern zu können. WN-Mitarbeiterin Maxi Krähling hat einen Selbstversuch unternommen.

Von Maxi Krähling

Dienstag, 16.15 Uhr: Ich habe sie schon im Vorbeigehen durch die großen Fenster des AFG-Forums gesehen. Auf Liegen nebeneinander, einen Arm ausgestreckt, mit der Hand ein rotes Gummiherz knetend: Blutspender. Genau da will ich hin, um über das Blutspenden in Havixbeck zu berichten. „Vor der Blutspende bitte Hände desinfizieren“, versperrt mir ein Desinfektions-Sprüher inklusive Schild den Eintritt. Ich will doch gar kein Blut spenden, aber ok. Ein paar Spritzer in die Hand und weiter.

Da steht schon Guntram Büscher vom Ortsverein Havixbeck. Den schnappe ich mir für ein Interview und wir setzen uns an einen der gedeckten Kaffeetische im Vorraum des Forums. „Wir helfen bereits seit der Gründung des Ortsverein bei der Blutspende mit“, erzählt er mir.

Das passiert stets in Zusammenarbeit mit dem Blutspendedienst West des Roten Kreuz. Dessen Mitarbeiter sind für die Blutentnahme zuständig, der Ortsverein unterstützt die Ärzte und Pfleger an den Liegen mit allerlei Handreichungen und kümmert um sich die Verpflegung der Spender.

Die DRK-Küchendamen sind immer fleißig bei der Arbeit.

Die DRK-Küchendamen sind immer fleißig bei der Arbeit. Foto: Maxi Krähling

Das sehe ich. Belegte Brötchen, Kuchen, Kakao, Wasser, Cola, Sprite – an all diesen Sachen bedienen sich die Spender, die die Prozedur hinter sich haben. Ich genehmige mir selber eine Tasse Kaffee, ohne was gespendet zu haben.

Um kurz nach Vier ist es hier nicht wirklich voll. „Das ist ein generelles Problem. Die Zahlen der Blutspender gehen seit Jahren zurück. In den vergangenen Jahren waren es im Schnitt 150 Havixbecker. Wir rangieren damit auf dem untersten Level“, sagt Guntram Büscher. Hoppla, so wenig. Bei unserem Gespräch sitze ich so, dass ich in den großen Raum des Forums schauen kann. Da liegen fünf Havixbecker und ruhen sich nach der Blutspende aus. Vom Arzt angeordnet. Die sehen alle ganz zufrieden und fit aus. Ich habe eigentlich auch noch kein Blut gespendet, geht es mir durch den Kopf. Na gut, warum nicht mit gutem Beispiel vorangehen? Jetzt bin ich eh schon hier.

„Könnte ich als Erstspender auch mitmachen?“, frage ich. „Natürlich, wenn Sie ihren Personalausweis dabei haben. Über 18 sind sie doch“, stellt Guntram Büscher fest. Dann wage ich es und lasse mir mein kostbares Blut abzapfen, fasse ich einen Entschluss.

Auf geht’s! Erstmal zur Anmeldung, danach schickt man mich zu einer Abtrennwand, hinter der ich auf einem Formular diverse Fragen über eventuelle Vorerkrankungen beantworten muss. Das ist einfach. Jetzt geht’s zum Arzt und komme auch fast sofort dran. Der Arzt stellt mit ein paar Fragen und misst meinen Blutdruck. Schon kann ich weiter zur nächsten Station. Und geht es ans Eingemachte.

Ich bin mit der Blutentnahme dran, sobald die nächste Liege frei wird. Bin ich aufgeregt? Nein, nicht wirklich. Oh, eine Liege wird frei, eine Gelbe. Also los. Hinsetzen, Beine hochlegen, zurücklehnen. Eine Druckmanschette kommt an meinen Arm. Die nette Dame vom DRK desinfiziert noch kurz meinen Arm, tastet nach einer guten Vene, legt die Nadel an und schwups schon drin. Hat gar nicht weh getan und ich hab die ganze Zeit hingeschaut.

Nun beginnt der langweilige Teil der Blutspende. Es heißt warten, bis die 500 Milliliter Blut den Weg aus meiner Vene in den Beutel gefunden haben. Mittlerweile knete ich auf einem roten Gummiherz herum. Es fließt, ich knete, ich schaue in die Runde.

Alle Liegen sind mittlerweile belegt, die Warteschlange vor der ärztlichen Untersuchung ist ebenfalls schon länger geworden. 140 Blutspender werden es am Ende des Abends sein, sieben davon als Erstspender und ich bin eine davon.

„Die meisten sind langjährige Spender, die regelmäßig kommen. Einige eifern richtig darauf hin die hundertste Spende vollzumachen“, hat Guntram Büscher mir vorhin noch erklärt. Na, das dauert bei mir noch. Die erste ist noch nicht mal durch. Ich knete, mein Blut läuft in den Beutel. Irgendwann ist der voll, Nadel raus und husch, noch zehn Minuten zum Ausruhen auf die Nachbarliege.

Ich hab es geschafft! Meine erste Blutspende und in gut zwei Wochen bekomme ich meinen Spenderausweis. Jetzt bin ich ein bisschen stolz auf mich – und das erste Mal tat gar nicht weh.

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