So., 21.02.2016

„Heute ist Freitag“ „Kirche aktiv gestalten“

Ungewohntes Bild in St. Dionysius: Rund um die Skulptur des Künstlers Ludwig Maria Vongries waren die Stühle für die Besucher aufgestellt.

Ungewohntes Bild in St. Dionysius: Rund um die Skulptur des Künstlers Ludwig Maria Vongries waren die Stühle für die Besucher aufgestellt. Foto: Maxi Krähling

Havixbeck - 

Die Eröffnungsfeier der Veranstaltungsreihe „Heute ist Freitag“ hat sehr viele Menschen in die St.-Dionysius-Pfarrkirche gelockt. Und die bot den Besuchern ein ganz neues Bild.

Von Maxi Krähling

Leergeräumt und trotzdem rappelvoll – so zeigte sich die Pfarrkirche St. Dionysius zur Eröffnungsfeier des mehrmonatigen Projektes „Heute ist Freitag“. Viele Havixbecker waren gekommen: treue Kirchgänger, engagierte Gemeindemitglieder und auch einfach Neugierige, die den Weg in die Kirche sonst eher nicht finden. Sie waren da, um St. Dionysius einmal anders zu erleben. „Ich danke Ihnen für Ihr Kommen. Es gehört Mut dazu, sich auf einen Raum der Leere und der Weite einzulassen“, begrüßte Pfarrer Siegfried Thesing die vielen Besucher.

Anders als sonst saßen und standen die Besucher im Kreis um den Mittelpunkt des Kirchenschiffs, vor, neben und hinter der Skulptur des Künstlers Ludwig Maria Vongries, und ließen die nackte Kirche auf sich wirken.

Dass die Havixbecker zu diesem Anlass nicht wie sonst „in Reih und Glied“ saßen, dazu beglückwünschte Thomas Frings sie. Der Pfarrer der Gemeinde Heilig Kreuz in Münster und Leiter der Kunstkommission des Bistums, sprach über die Bedeutung von Kunst und Kirche. „Manchmal hängt unser Glaube mehr an einem Stück Holz, als an unserem Glauben selbst“, ging Frings sowohl auf die Skulptur im Kirchenschiff als auch auf die sonst vorherrschenden hölzernen Bankreihen in Kirchen ein. „Manchen Leuten gibt es einfach ein gutes Gefühl, wenn sie beim Beten immer dasselbe Brett unterm Hintern haben und in Reih und Glied sitzen.“ Trotzdem seien Traditionen wie diese veränderbar.

Die Havixbecker sollten sich die Zeit gönnen und genau überlegen, was sie in ihrer Kirche alles bräuchten. Was sie verändern könnten, um in Erinnerung zu bleiben. Auf der anderen Seite sei die Kirche kein Ausstellungsraum, der mit unterschiedlichen Dingen vollgestellt werden sollte. „Die Kirche an sich ist schon ist ein lebendiges Kunstwerk. Messe zu feiern ist eine lebendige Performance. Deshalb ist es nicht nötig, die Kirche als Ausstellungsraum zu nutzen“, sagte Frings. Die Aufgabe der Gemeinde sei es, die Messe so zu feiern, dass alle Teil davon seien.

Zwar hätten die Christen Gott domestiziert und ihm ein Haus gebaut, dennoch dürfe diese Tatsache kein unveränderbarer Status quo sein. „Gehen Sie mir nicht ans Evangelium und nicht an die Sakramente, alles andere dürfen Sie verändern“, motivierte Frings die Besucher. Welchen Weg die Kirche einschlagen werde, könne er selber auch nicht sagen. Deshalb sei es das Wichtigste, die Kirche und die Gemeinde selbst aktiv mitzugestalten und diese Aufgabe nicht an andere abzugeben.

Nach dem offiziellen Eröffnungsakt blieben noch viele der Besucher im Kirchenschiff. Sie versammelten sich um die Skulptur, um darüber zu sprechen oder einfach, um die ungewohnte, aber angenehme Atmosphäre ihrer Kirche zu erleben.

In der Reihe „Heute ist Freitag“ findet bis zum 26. Juni jede Woche mindestens ein Projekt statt. Am Freitag (26. Februar) ist es das Projekt „Heute ist Freitag – Übermorgen Frieden“ mit einer Ausstellung im Torhaus am Kirchplatz und unterschiedlichen Aktionen in der Kirche.

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