Mo., 29.02.2016

Krimi-Dinner Mord beim Abendessen

Dass sich der Gastgeber, Rechtsanwalt Dr. Hubert Kirchschläger, Speisewürze über seine Meeresfrüchte träufelt, hat fatale Folgen. Kurz darauf ist er tot.

Dass sich der Gastgeber, Rechtsanwalt Dr. Hubert Kirchschläger, Speisewürze über seine Meeresfrüchte träufelt, hat fatale Folgen. Kurz darauf ist er tot. Foto: Dieter Klein

Havixbeck - 

Ein mysteriöser Mordfall wurde beim Krimi-Dinner „Münsterländer Leichenschmaus“ aufgeklärt, zu dem der Verkehrsverein Havixbeck eingeladen hatte.

Von Dieter Klein

Es war eine sehr ungewöhnliche Beerdigungsgesellschaft, die sich im Hotel Beumer eingefunden hatte. Es galt, wie im Münsterland üblich, von einem lieben (vergifteten) Freund namens Busso von Diepenbrock („for he was a jolly good fellow“) Abschied zu nehmen. Tragisch komisch war, dass der einladende Gastgeber und „Festredner“, Rechtsanwalt Dr. Hubert Kirchschlager, noch zwischen den zwei Vorspeisen – „Marinierte Meeresfrüchte“ und „Crème von frischen Strauchtomaten mit Mozzarella“ – ebenfalls dahin schied.

Dass beide dem perfiden Plan eines gemeinen Mörders zum Opfer fallen mussten, stand auf der Wunschliste von Annette Suhlmann, der ersten Vorsitzenden Verkehrsvereins Havixbeck, und weiteren 40 Gästen im Saal. Denn dieser „Münsterländer Leichenschmaus“, wie das dreieinhalbstündige Krimi-Dinner betitelt war, wurde von Heike Körner, Patrick Gurris und Malte Mühlenford, Theaterleute von „StattReisen“ gespielt. „Seit 2006 schon häufiger als 300 Mal!“, hieß es.

Vom Tatort zurück in die Küche. Hier hatten Alexander Verspohl und Guido Bolz mit viel Finesse gezaubert. Somit konnte die Trauergesellschaft neben den Vorspeisen noch gefüllte Rouladen vom Landschwein auf Stampfkartoffeln, ganze Poulardenbrust im Speckmantel und schließlich noch Panna cotta auf Fruchtmark mit Krokant und Pumpernickeltalern genießen. Also nichts mit Streuselkuchen oder Bienenstich, so wie es sonst üblich ist bei Trauerfeiern.

Zwischendurch galt es den Mörder der beiden so überraschend Dahingeschiedenen zu finden. Dass beide vergiftet worden waren, erkannte Kriminalhauptkommissar Gerhard Lütke Westrup ebenso schnell wie sein Kollege Obermeister Harald Everskötter.

Tatmotive und Verdächtige nahmen schnell zu. Da galt es nur noch, aus dem vorliegenden Indizien-Material wie Drohbriefen, seltsam vermatschter Schokolade oder Speisewürze Beweismaterial zu sichten und damit Hinweise auf den oder die Täter zu finden. Für das Publikum ebenso spannende wie vergnügliche Unterhaltung.

Noch vor der Panna cotta war der Mörder entlarvt. Und wer war es nun? Die beiden Spitzenköche im Hotel Beumer jedenfalls nicht.

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