Di., 12.07.2016

Summerwind Zutiefst inspirierendes Erlebnis

Summerwind-Festival: Yury Revich, Konstantin Manaev und Leon Gurvitch bewegten ihr Publikum.

Summerwind-Festival: Yury Revich, Konstantin Manaev und Leon Gurvitch bewegten ihr Publikum. Foto: Axel Engels

Havixbeck - 

Einen unvergesslicher Abend bescherten Yury Revich, Konstantin Manaev und Leon Gurvitch ihrem Publikum.

Von Axel Engels

Eigentlich sollten Musikliebhaber am Freitagabend im besonderen Ambiente der Burg Hülshoff die Gelegenheit haben, den poetischen Klängen eines Tango-Quintetts zu lauschen. Aber durch widrige Umstände konnten die Musiker nicht auftreten – und es galt, ganz schnell einen mindestens gleichwertigen „Ersatz“ zu finden. Das Konzert abzusagen, das wäre für Dr. Susanne Schulte, Intendantin des Summerwinds-Festivals, keine Alternative gewesen – und zum Glück hat sie immer noch einen sehr guten Kontakt zum GWK-Preisträger Yury Revich .

Dieser junge Geigenvirtuose ist vielen im Münsterland durch seine Konzerte im Rahmen der „Best of NRW...“-Reihe bekannt. Und zusammen mit Konstantin Manaev am Violoncello sowie dem Pianisten und Komponisten Leon Gurvitch entführte er das begeisterte Publikum in die Welt des „Tango à la Russe“. Es war aber wohl nicht nur das exquisite Spiel der Künstler, das dieses Konzert zu einem zutiefst inspirierenden Erlebnis werden ließ. Schon im Vorfeld wurden die Besucher beim Promenieren im großen Landschaftspark sowie im Schlossgelände von der einzigartigen Stimmung dieses Ortes eingefangen, bei sommerlichen Temperaturen gleichsam in eine ganz andere Welt versetzt. Als dann das bestens aufeinander eingespielte Trio seine Instrumente erklingen ließ, wurde das Publikum schon beim ersten Ton des „Tango à la Russe“ aus der Feder von Leon Gurvitch mitgerissen.

Letzterer versteht es, die Melancholie und Sehnsucht des Tangos als Ausdruck des argentinischen Lebensgefühls in Musik zu setzen, diese dann mit Elementen aus Jazz in klangmalerischen Improvisationen zu bereichern. Mit den Saitenkünstlern Yury Revich und Konstantin Manaev verbindet ihn ein tiefes musikalisches Verständnis.

Leon Gurvitch, der mit seiner „Milonga del Sentimente“ für Violoncello und Klavier ein unter die Haut gehendes Stück komponiert hat, konnte aber auch beim Ausflug mit „Fiesta“ für Klavier solo in eher mediterrane Musikwelten das Publikum überzeugen. Wer die Musik von Keith Jarrett mag, sich bei Chick Corea und Joe Zawinul wohl fühlt, für den war die in Musik gesetzte Lyrik von Leon Gurvitch sicherlich ein Erlebnis.

Was aber die „Zigeunerweisen“ für Violine und Klavier von Pablo De Sarasate mit einem Tango zu tun haben, erscheint wohl nur eine stilistische Randnotiz wert zu sein. Denn beim Publikum gehörte gerade dieses hochvirtuose Werk für Violine bei solch intensiver Spielweise von Yury Revich zu den Höhepunkten des Konzertes. Mit technischer Brillanz und ungebremster Spielfreude ließ Yury Revich bei punktgenauer Begleitung von Leon Gurvitch den Glanz und die Leidenschaft dieses Werkes in all seiner Schönheit erstrahlen.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

karriere.ms Anzeigen

Ihr Jobportal für unbefristete und befristete Stellenangebote aus dem Münsterland

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4153537?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F162%2F