So., 04.06.2017

Anne-Frank-Gesamtschule Gemeinsam gegen Cybermobbing

Die Medienscouts der Jahrgangsstufen 9 und 10 treffen sich wöchentlich, um ihren Mitschülern beim richtigen Umgang mit dem Smartphone zu helfen: (hinten v.l.) Leon-Luka Engel, Emily Gerstner, Josephin Büker, Katharina Evers, Lehrerin Dr. Franziska Dittert, (vorne v.l.) Sarah Hanning, Lehrerin Jana Herkenhoff, Matthias Isinger, Anna-Lena Grytz, Tobias Glowsky und Vivienne Kleinschmidt.

Die Medienscouts der Jahrgangsstufen 9 und 10 treffen sich wöchentlich, um ihren Mitschülern beim richtigen Umgang mit dem Smartphone zu helfen: (hinten v.l.) Leon-Luka Engel, Emily Gerstner, Josephin Büker, Katharina Evers, Lehrerin Dr. Franziska Dittert, (vorne v.l.) Sarah Hanning, Lehrerin Jana Herkenhoff, Matthias Isinger, Anna-Lena Grytz, Tobias Glowsky und Vivienne Kleinschmidt. Foto: AFG

Havixbeck - 

Die Möglichkeiten eines bewussten Umgangs mit Handy und Smartphone werden an der Anne-Frank-Gesamtschule durch zu Medienscouts ausgebildeten Schülern aufgezeigt.

Handys gehören zum Alltag dazu, werden täglich, oft stündlich, manchmal öfter genutzt. Der ständige Blick auf das Display ist für viele zur Gewohnheit geworden – doch manchmal auch zur Last.

Gerade Eltern fühlen sich oft überfordert, wenn sie ihre Kinder mit dem Handy erleben. Diese schauen ständig nach Fotos, gesprochenen oder getippten Textnachrichten oder nach Bewertungen eigener Posts. Das gehört zur heutigen Persönlichkeitsfindung von Jugendlichen dazu. Doch was soll man tun, wenn das Handyklingeln Angst auslöst? „Schon wieder so eine Nachricht!“, „Was für Beschimpfungen, gemeine Witze oder Drohungen sind es diesmal?“

Eltern sind an die Anne-Frank-Gesamtschule ( AFG) herangetreten und haben um Unterstützung gebeten. Nach vielen gemeinsamen Gesprächen mit der Schulleitung wurde vor zwei Jahren eine Arbeitsgemeinschaft gegründet. Die Idee: Schülerinnen und Schüler der neunten und zehnten Klasse werden von den AFG-Lehrerinnen Jana Herkenhoff und Dr. Franziska Dittert zu Medienscouts ausgebildet; einige dieser Schüler sind zudem Streitschlichter. Die Medienscouts helfen in Konfliktfällen und bieten einmal in der Woche für alle Schüler eine Sprechstunde zu Cybermobbing an. Zudem stehen sie als Multiplikatoren ihren Mitschülern zur Verfügung, berichtet die Schule in einer Pressemitteilung.

Aber die Medienscouts unterstützen auch ihre Lehrer oder die Schulsozialpädagogin Bernadette Klaus. „Die Schüler vertrauen uns eher, weil sie sich unter Gleichgesinnten fühlen. Außerdem kennen wir uns mit vielen sozialen Netzwerken besser aus als die Lehrer“, erläutert Medienscout Leon-Luka Engels. Und die Erfahrung bestätigt dies: Die Hemmschwelle, sich Hilfe bei Mitschülern zu holen, ist niedriger.

Zum Konzept gehört auch der Medienkompetenztag, der jedes Jahr für den fünften Jahrgang stattfindet. Hier lernen die Fünftklässler in Kleingruppen den richtigen Umgang in den sozialen Netzwerken. Sie diskutieren darüber, wie die vielfältigen Möglichkeiten des Smartphones sinnvoll zu nutzen sind und wann sie das Handy lieber mal weglegen oder sogar ausschalten sollten. Denn an der Schule gilt ein grundsätzliches Handyverbot für die Unter- und Mittelstufe. Spielerisch werden den Mitschülern die rechtlichen Grundlagen im Umgang mit Fotos und Zitaten vermittelt.

Dieser Tag wird komplett von den Medienscouts gestaltet. Zwar sind die Klassenlehrerteams und die begleitenden Medienpädagogen mit in der Gruppe, halten sich aber im Hintergrund. Auch die Medienscouts wachsen an diesen Tagen. „Am meisten Spaß macht mir die Arbeit mit den Fünftklässlern. Die haben so viele verschiedene, oft verrückte Ideen“, so Emily Gerstner

Die Schüler Josephin Büker, Beyza-Nur Caput, Katharina Evers, Emily Gerstner, Anna-Lena Grytz, Sarah Hanning und Virginia Reiß, Leon-Luka Engels, Tobias Glowsky und Matthias Isinger haben den Medienkompetenztag bei ihren wöchentlichen Treffen mit ihren Lehrerinnen selbstständig erarbeitet. Sie engagieren sich, wenn andere schon frei haben.

Matthias Isinger beschreibt das so: „Bei der AG mitzumachen ist für mich sehr wichtig, weil viel zu viel Cybermobbing existiert und die Kinder immer früher mit sozialen Medien in Kontakt kommen. Wir wollen ihnen vermitteln, wie sie sich im Internet verhalten sollen und dass Mobbing kaputt macht.“

Schulleiter Dr. Torsten Habbel freut sich sehr über das große Engagement seiner Schülerinnen und Schüler: „Hier unterstützt die Schule die Elternarbeit. Die Art und Weise, wie wir das umsetzen, hat Vorbildcharakter.“ Und so ist es kein Wunder, dass andere Schulen sowie das Medienkompetenzzentrum auf die AFG-Medienscouts aufmerksam wurden. Im Herbst wird die AFG ihr Konzept auf einer Fortbildung weiteren Schulen als Best-Practice-Modell vorstellen.

 

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