Fr., 11.08.2017

Bienensterben Was man für die Bienen tun kann

Blüh- oder Blütenstreifen sind nicht nur für die Bienen gut, sondern sehen auch noch hübsch aus.

Blüh- oder Blütenstreifen sind nicht nur für die Bienen gut, sondern sehen auch noch hübsch aus. Foto: Frank Vogel

Havixbeck - 

Was kann der Landwirt, was kann die Kommune und was kann der Gartenbesitzer tun, um das zuletzt verstärkter auftretende Bienensterben zu verhindern? Imker Werner Gerdes hat einige Ideen dazu.

Von Karl-Heinz Sandknop

Nicht nur die Bienen sind betroffen. „In den vergangenen 15 Jahren ist allgemein ein Rückgang an Insekten festzustellen“, sagt Imker Werner Gerdes. Und er legt den Finger in die Wunde: Der verstärkte Einsatz von Pestiziden auf den Äckern und – „leider auch in manchen Hausgärten“ sei mit ein Grund für diesen Rückgang. Mit der Veränderung in der Landwirtschaft komme es paradoxerweise in ländlichen Gebieten zu Nahrungsmangel, weil der Blütenreichtum fehle. Dies habe dazu geführt, dass das Imkern in den Städten, selbst auf Hausdächern, immer interessanter wird.

Auf dem Land würden beispielsweise die immer weniger anzutreffenden Wallhecken lediglich beschnitten und auch das Straßenbegleitgrün, das den Bienen im Sommer als wichtige Nahrungsquelle dient, häufig viel zu früh gemäht, sagt Gerdes. „Die Verkehrssicherheit muss natürlich gewährleistet sein“, weiß er um die Problematik. „Aber man sollte sich nur auf das Notwendigste beschränken.“

Gerade im August bräuchten die Bienen Nektar und Pollen, um starke Wintervölker aufbauen zu können. Der Imker wünscht sich, dass die Landwirte direkt nach der Ernte und nicht erst im Herbst Gründüngung wie Senf, Phacelia oder Ähnliches aufbrächten, damit auch die Bienen davon profitieren können. Im Oktober hätten sich die Bienen bereits auf die Winterruhe eingestellt. Durch eine späte Tracht würde damit die Überwinterung negativ beeinflusst.

Gewässerrandstreifen und Blütenstreifen (auch: Blühstreifen) an Feldern seien ein hervorragender Ansatz, bricht Werner Gerdes eine Lanze für die Landwirte, aber nur, „wenn sie in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen“. Doch auch die Kommunen sieht er in der Verantwortung. Es gebe aber erfreuliche Entwicklungen: „In Havixbeck wurden etwa an der Hohenholter Straße Sommerlinden gepflanzt statt Buchen.“ Auch der wachsende Anteil an Wildblumenarealen in vielen Gemeinden sei ein guter Weg. Allerdings „sollte man sich beim Mähen zurückhalten“.

Einen besonderen Tipp hat Gerdes noch für die Landwirte parat: „Die Durchwachsene Silphie könnte zukünftig eine Alternative für den Mais sein. Die aus Nordamerika stammende Futterpflanze erreicht eine Wuchshöhe von drei Metern und ist gut geeignet für die Biogasanlage. Ihr Vorteil: Sie ist eine hervorragende Trachtquelle für Insekten und blüht von Juni bis September.“ Neueste Erkenntnisse zeigen, dass Silphie ähnlich viel Energie liefern kann wie Mais und dabei viel besser für den Boden ist.

Neben Landwirtschaft und Kommunen nimmt Werner Gerdes auch die Gartenbesitzer in die Pflicht: „Bevor man seinen Garten anlegt, sollte man sich schlau machen, was es an bienenfreundlichen Pflanzen gibt. Unter www.garten.schule/bienenfreundlicher-garten finden sich viele Anregungen. Auch für Balkonbesitzer.“

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