Fr., 29.09.2017

AFG-Projekt Wird das Grundwasser zu warm?

Nahmen die Wasserproben an den Quellen der Baumberge: Justine Pilot und Nicole Lensing.Untersuchten im Labor der Uni die Wasserproben: (v.l.) Jannis Kuschel, Noel Cerwenka und Lorena Altrichter.

Nahmen die Wasserproben an den Quellen der Baumberge: Justine Pilot und Nicole Lensing.Untersuchten im Labor der Uni die Wasserproben: (v.l.) Jannis Kuschel, Noel Cerwenka und Lorena Altrichter. Foto: AFG

Havixbeck - 

Wird das Wasser aus den Quellen in den Baumbergen zu warm? Ist das Ökosystem der Baumberge in Gefahr? Was könnten die Gründe für einen solchen Temperaturanstieg sein? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Arbeit der Oberstufenschüler der Anne-Frank-Gesamtschule (AFG) mit dem Institut für Geoinformatik der Universität in Münster.

Dr. Patricia Göbel vom Institut für Geologie erläuterte den Schülerinnen und Schülern, dass seit einigen Jahren ein Anstieg der Temperatur des Quellwassers zu beobachten sei. Allerdings werden nur zweimal im Jahr verlässliche Messungen durchgeführt.

Die Wissenschaftler haben daher großes Interesse daran, kontinuierliche Messungen über das ganze Jahr durchzuführen, um herauszufinden, ob und wie lange der für das Ökosystem kritische Wert von 14 Grad Celsius überschritten wird. Denn ab dieser Temperatur verschlechtern sich die Lebensbedingungen von Mikroorganismen auf bedrohliche Weise. Kleinstlebewesen bilden den Anfang in der Nahrungskette, sodass mögliche Konsequenzen für das Ökosystem verheerend sind.

Die AFG-Schüler im Labor.

Die AFG-Schüler im Labor. Foto: AFG

In vier verschiedenen Gruppen haben die Schüler zusammen mit Studierenden des Instituts Lösungsansätze entwickelt: Die erste Gruppe baute und programmierte mit der „senseBox“ kleine Wassermessstationen, die ihre Messwerte drahtlos und kontinuierlich ins Internet übertragen. Diese kleinen senseBoxen wurden erfolgreich an der Lasbecker Aa-Quelle und der Siebenbach-Quelle getestet.

Eine weitere Gruppe entwarf eine Website, auf der die von den Messstationen gesendeten Daten dargestellt werden. Eine Laborgruppe beschäftigte sich mit der chemischen Analyse von Quellproben im landschaftsökologischen Labor.

Die Aufgabe der vierten Gruppe war es, mit Hilfe eines geografischen Informationssystems die Ergebnisse aller Gruppen in sogenannten Story-Maps zusammenzufassen. Darüber hinaus beschäftigten sich zwei weitere Schülergruppen mit der Dokumentation der Projektwoche. Sechs Schülerinnen erstellten unter Anleitung einer Kommunikationswissenschaftlerin Blogbeiträge, betreuten die Social-Media-Kanäle, verfassten Presseartikel und erstellten eine Präsentation.

Die sechste Gruppe drehte, betreut von Medientrainern aus dem Bennohaus, einen Film über das Projekt. Der Film, die Story-Maps und die Karte mit den Live-Temperaturen an den untersuchten Quellen sind für jeden im Internet zugänglich: opensea.ms/quellenprojekt.

„Die Schüler haben fantastische Arbeit geleistet und Greifbares zur Forschung rund um die Baumberger Quellen beigetragen. Nebenbei haben sie Programmierkenntnisse vertieft und die besonders wichtigen ‚Soft-Skills‘ im Projektmanagement und der Kommunikation erlangt. Was will man mehr?“ freut sich Dr. Thomas Bartoschek, der das Projekt von Seiten des Instituts für Geoinformatik leitete.

„Jedes Jahr entwickelt das Institut für Geoinformatik gemeinsam mit der AFG faszinierende Projekte, die die Oberstufenschüler auf besonders gelungene Weise in die wissenschaftliche Arbeit einführen“, ordnet Schulleiter Dr. Torsten Habbel die jahrelange Kooperation ein. Habbel: „Für die jüngeren Schüler bieten wir seit einem Jahr eine Arbeitsgemeinschaft für junge Forscher an, die gerne angenommen wird.“

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