Do., 23.11.2017

Anne-Frank-Gesamtschule Drei Fragen an AFG-Schulleiter Dr. Torsten Habbel

Die neue Schulministerin, Yvonne Gebauer, möchte zum Schuljahr 2019/20 das Abitur nach 13 Schuljahren wieder zum Regelfall machen. Welche Auswirkungen hat dieses Vorhaben für die AFG?

Dr. Habbel: Die Planungen des Schulministeriums greifen erst im übernächsten Schuljahr, sie haben also meines Wissens noch keine Bedeutung für die kommende Anmeldung im Februar 2018. Außerdem stehen die Rahmenbedingungen noch nicht fest, Vieles ist noch völlig unklar, ich warte ab. Unsere Angebote der Anne-Frank-Gesamtschule bleiben verlässlich und stabil.

Erste Fakten sind jedoch bekannt: Das Abitur nach 9 Jahren soll der Regelfall werden, die Lehrpläne für Gymnasien sollen für 2019 neu geschrieben werden und das Land will die Kosten übernehmen. Sollten Sie sich als Leiter einer Gesamtschule nicht doch Gedanken machen?

Dr. Habbel: Das Gymnasium passt sich in Teilen der Gesamtschule an. Hatte ein Schüler des Gymnasiums bisher in der Sekundarstufe I 158 bis 163 Unterrichtsstunden, so wird er künftig – wie an der Gesamtschule – 188 Stunden haben. Die Gesamtschule bietet darüber hinaus den Ganztag an. Während Gymnasialschüler die Hausaufgaben allein zu Hause machen, unterstützen wir unsere Schüler in Arbeitsstunden und entlasten die Eltern. Zudem haben wir durch zahlreiche Arbeitsgemeinschaften wie Zirkus-AG, Segel-AG oder Rechtskunde-AG attraktive Angebote für eine sinnvolle Gestaltung der Zeit. Aufgrund ihrer Berufstätigkeit fordern Eltern immer stärker ein Ganztagsangebot für ihre Kinder. Das wird bereits in der Grundschule durch die große Nachfrage an OGS-Plätzen sehr deutlich und die Ansprüche der Eltern setzen sich an der weiterführenden Schule fort. Und: Alle zentralen Prüfungen belegen, dass wir unsere Schüler zu Spitzenleistungen führen – selbstverständlich auch im Abitur in einem attraktiven Oberstufenzentrum.

Wie wirkt sich die Umstellung auf G9 auf die Anmeldezahlen an der AFG aus?

Dr. Habbel: Ich bleibe gelassen. Die Umstellung auf G9 fordert zahlreiche neue Lehrer. Doch schon jetzt gibt es in einigen Fächern einen großen Lehrermangel. Wie wollen Gymnasien diese Lehrer, die noch gar nicht ausgebildet sind, gewinnen? Und: Die Umstellung erfordert zusätzliche Klassenräume. Die Gymnasien sind voll, ein weiterer Jahrgang hat keinen Platz. Folglich können Gymnasien weniger Schüler aufnehmen, wo sollen die unterkommen? Welches Gymnasium könnte anbauen? Bei Neubauten werden auf die Schulträger hohe Kosten zukommen. Eine entsprechende Diskussion erleben wir gerade in Havixbeck und Billerbeck. Wir sind jedoch in den Planungen erheblich weiter. Die Anne-Frank-Gesamtschule ist in Havixbeck und zukünftig in Billerbeck sehr gut aufgestellt und für Eltern wie Schüler attraktiv. Daher vertraue ich aus guten Gründen darauf, dass die AFG weiterhin die Schule der Baumberge-Region ist, die allen Schülern alle Abschlüsse anbietet.

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