Mi., 29.11.2017

„Erziehungspapst“ in der AFG „Sie waren doch genauso“

Erziehungsberater Jan-Uwe Rogge sprach im Forum der Anne-Frank-Gesamtschule auf leichte, unterhaltsame Weise über das Thema Pubertät, das Eltern wie Kinder gleichermaßen in Atem hält.

Erziehungsberater Jan-Uwe Rogge sprach im Forum der Anne-Frank-Gesamtschule auf leichte, unterhaltsame Weise über das Thema Pubertät, das Eltern wie Kinder gleichermaßen in Atem hält. Foto: Maxi Krähling

Havixbeck - 

Eltern von bereits Pubertierenden, Eltern von zukünftig Pubertierenden oder einfach am Thema Interessierte erlebten den Vortrag „Pubertät – Loslassen und Haltgeben“ von Jan-Uwe Rogge in der Anne-Frank-Gesamtschule.

Von Maxi Krähling

„Erziehung hat was mit Lachen zu tun, mit Leichtigkeit. Das wünsche ich Ihnen“, schmunzelt Jan-Uwe Rogge in die Zuhörerschaft. Wenn der „Erziehungspapst“ über Pubertät, Pubertierende und ihre Eltern spricht, ist das wirklich zum Lachen. Denn er hält den von der Pubertät ihrer Kinder Geplagten den Spiegel vor.

„Wenn Sie mal ehrlich sind. Sie waren doch genauso“, konfrontiert der Buchautor das Publikum im überaus gut besuchten Forum der Anne-Frank-Gesamtschule ( AFG). Viele Eltern von bereits Pubertierenden, Eltern von zukünftig Pubertierenden oder einfach Rogge-Fans hatten sich zum Vortrag „Pubertät – Loslassen und Haltgeben“ eingefunden.

Aber wer auf einen pädagogischen Lehrvortrag mit erhobenen Zeigefinger und einer Fülle an allgemeingültigen Tipps gehofft hatte, den erwartete eher ein überaus unterhaltsamer Abend mit viel begeistertem Gelächter und der Erkenntnis: „Mein Kind ist doch ganz normal, bei mir war es wirklich nicht anders.“ Und diese eigene Erfahrung sollte Wegweiser genug sein, um mit dem Kind gemeinsam durch diese anstrengende und aufrührende Zeit zu kommen.

„Wenn ihre Pubertierenden Sie so sehen könnten: Lachend, gut gelaunt, gelöst“, so Rogge zu den Eltern. Denn was es so schwer mache, die Kinder durch diese Zeit zu begleiten, sei die eigene Haltung. „Die Mütter vertreten häufig die Auffassung: ‚Ich will alles anders machen als meine Eltern’“, nimmt Rogge den weiblichen Erziehungspart unter die Lupe. Aber Pubertierende wollen nicht, dass alles anders gemacht wird. „Denn die Pubertät hat ihre Zeit. Da findet die körperliche Umgestaltung des Kindes zum Erwachsenen statt. Da geschehen Mutationen. Die Pubertierenden fühlen sich in dieser Zeit beschissen, wollen aber trotzdem gemocht und geliebt werden“, lacht Uwe-Rogge.

Vor dem Kinderzimmer patrouillierende Mütter, die sich stets um das Wohl des Kindes sorgen und unentwegt zum Aufräumen und Lüften auffordern, seien nicht nötig. Auch Väter, die entweder zu lasch oder zu streng in der Erziehung Pubertierender vorgehen würden, seien fehl am Platz.

Pubertierende bräuchten weder Eltern, die stets Freunde ihrer Kinder seien wollen und das Prinzip „forever young“ bis zum Erbrechen exerzieren würden, noch solche, die als Generäle die Bodentruppen zu Hause mit knackigen Befehlen in Schach halten. „Kinder wollen Eltern, die älter werden wollen. Die im Leben stehen, erfahren sind, sich um sich selbst kümmern und Verantwortung für sich übernehmen“, sagt der Pädagoge.

Also, Eltern die in den wichtigen und richtigen Momenten für ihre Kinder da sind. „Kinder wollen begleitet werden – mal nah, mal weiter weg“, so Rogge. Erziehung in der Pubertät sei keine Technik, sondern eine Haltung.

Als Familie erlebe man die Pubertät gemeinsam – und solle das einfach zulassen. „Man erfährt Grenzen von Machbarkeit und man muss Umwege gehen. Aber Umwege erweitern die Ortskenntnis“, fasst Jan-Uwe Rogge den Umgang mit Pubertierenden sympathisch zusammen.

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