Havixbecker Modell
Neue Strategie sichert Existenz

Havixbeck -

Zuversichtlich geht der Verein „Havixbecker Modell“ in das Jahr 2018. Keine Selbstverständlichkeit, drohte doch zum Ende des vergangenen Jahres noch die eventuelle Auflösung. Eine neue Strategie musste her.

Mittwoch, 31.01.2018, 18:01 Uhr

Mit dem wiedergewählten Vorstand und der neuen Geschäftsführerin kann das Havixbecker Modell neu durchstarten (v.l.): Frank Neumann (beratendes Mitglied), Hermann Roters (Vorsitzender), Marion Otte (Geschäftsführerin), Heiner Hülsken (zweiter Vorsitzender), Klaus-Gerd Greiff (Beisitzer) und Rudolf Lode (Schriftführer).
Mit dem wiedergewählten Vorstand und der neuen Geschäftsführerin kann das Havixbecker Modell neu durchstarten (v.l.): Frank Neumann (beratendes Mitglied), Hermann Roters (Vorsitzender), Marion Otte (Geschäftsführerin), Heiner Hülsken (zweiter Vorsitzender), Klaus-Gerd Greiff (Beisitzer) und Rudolf Lode (Schriftführer). Foto: Maxi Krähling

Der Grund: „Bereits zum Ende 2016 war ein großes Haushaltsdefizit aufgelaufen, das durch Rücklagen ausgeglichen werden musste. Dazu kamen hohe Kosten für Krankheitsvertretungen bei den Mitarbeitern und rückläufige Teilnehmerzahlen beim ‚Kurs‘. Außerdem erbrachten unsere anderen Maßnahmen keine kostendeckenden Erlöse“, berichtete der Vorsitzende, Hermann Roters , bei der Mitgliederversammlung am Dienstagabend im evangelischen Gemeindezentrum. Diese Tatsachen ließen den Verein zum Ende 2016 vor einem Minus von über 70 000 Euro stehen.

Daher musste der Vorstand zu Beginn des Jahres 2017 Strategien entwickeln, die alle Eventualitäten mit einschlossen – sowohl die positiven als auch die negativen. Schließlich beschäftigt der Verein insgesamt 16 Mitarbeiter an sechs Standorten im ganzen Kreis Coesfeld.

Seit bereits 40 Jahren begleitet, unterstützt und schult das „Havixbecker Modell“ insbesondere junge Menschen in sozial und beruflich schwierigen Situationen. Das geschieht durch Maßnahmen wie den kommunalen Bewerberforen, dem Schulmüdenprojekt „Zweite Chance“ oder den Erziehungsbeistandsschaften. Um diese Maßnahmen durchführen und finanzieren zu können, beteiligt sich der Verein an Ausschreibungen der Arbeitsagentur und des Jobcenters im Kreis Coesfeld.

Neue Ziele wurden formuliert. „Wir müssen wettbewerbsfähig sein. Zukünftig beteiligen wir uns nur noch mit kostendeckenden Angeboten an Ausschreibungen, auch wenn dadurch das Risiko steigt, weniger Ausschreibungen zu gewinnen. Außerdem haben wir versucht, bei laufenden Maßnahmen die Einnahmen zu steigern“, sagte Roters.

Das hatte Erfolg. So konnte das „Havixbecker Modell“ nicht nur die bestehenden Maßnahmen halten, sondern zwei neue dazugewinnen.

Seit Anfang dieses Jahres laufen die Maßnahmen „Job-Coach“ und „Aktivierung und Integration plus“. Ersteres ist ein LEADER-Projekt zur beruflichen Integration von Flüchtlingen in Zusammenarbeit mit Rosendahl und Nottuln. Zweitgenanntes ist eine Gruppenmaßnahme des Jobcenters beim Kreis zur sprachlichen und beruflichen Integration in Lüdinghausen.

„Es ist enorm, was die Mitarbeiter im vergangenen Jahr mitgetragen haben, denn alle diese Entwicklungen haben sich erst zum Ende des Jahres entschieden. Das Ganze hat uns sehr belastet“, erläuterte der zweite Vorsitzende, Heiner Hülsken. Wegen der unsicheren Situation mussten sich die Mitarbeiter bereits im Sommer vorsorglich ab Anfang 2018 arbeitslos melden, angemietete Räume mussten vorsorglich gekündigt werden. Aber jetzt sehe sich der Verein in der Situation, die Existenz des „Havixbecker Modells“ bis weit ins Jahr 2019 gesichert zu haben.

„Es ist beeindruckend, wenn man überlegt, welchen Weg wir gegangen sind. Wir haben am Abgrund gestanden, jetzt können wir durchatmen“, zeigte sich Hermann Roters sehr erleichtert.

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