Digitalisierung
Bibliotheken müssen viel können

Havixbeck -

Mehr Technik muss in die beiden Havixbecker Bibliotheken Einzug halten. Und die Zusammenarbeit muss intensiviert werden. Davon profitieren die Bürger.

Donnerstag, 01.02.2018, 06:02 Uhr

Die Schul- und Gemeindebibliothek muss sich für die Zukunft aufrüsten.
Die Schul- und Gemeindebibliothek muss sich für die Zukunft aufrüsten. Foto: Janina Kock

„Sie müssen sich gegenseitig stärken und dadurch ihre Ressourcen nutzen, die sie für ihre Gemeinde mit 12 000 Einwohnern haben“, brachte es Petra Büning auf den Punkt, als sie im Sozial- und Schulausschuss über Bibliotheken referierte. Havixbeck verfügt über die Schul- und Gemeindebibliothek an der AFG sowie über die Katholische Öffentliche Bücherei (KÖB) am Kirchplatz.

Gemeinsam mit ihrer Kollegin Eva Göring stellte sie dar, dass die Digitalisierung der Bibliotheken voranschreite und ausgebaut werden müsse. Die beiden Fachfrauen sind bei der Bezirksregierung Düsseldorf angesiedelt, die für alle öffentlichen Bibliotheken in NRW zuständig sind.

Eine Bibliothek müsse heute viel mehr können, als nur zahlreiche Bücher im Angebot zu haben. Büning zeigte auf, dass Lesebrillen, 3D-Drucker, W-Lan und verschiedene Aufenthaltsräume zu einer Ausstattung unbedingt dazugehören. „Wir sind mitten im Zeitalter der Vernetzung und der Digitalisierung angekommen, wo wir den Menschen viel mehr anbieten müssen.“

Eine Bibliothek sei heute ein Treffpunkt der Kommunikation für alle Menschen. Auch Integration finde dort statt. „Das klappt in der Stadt wie auf dem Lande sehr gut.“ In Havixbeck sei die Kombination aus Schul- und Gemeindebibliothek eine gewachsene und vor über 25 Jahren eine gewollte Sache. Qualifizierte Mitarbeiter seien unbedingt notwendig, damit ebenfalls die Ehrenamtlichen eingearbeitet werden könnten.

Wie andere Kommunen in den letzten Jahren ihre öffentlichen Bibliotheken umgestaltet haben, das erklärten die Fachfrauen an den Beispielen der Städte Gescher, Vreden, Raesfeld und Olsberg. Dort seien zunächst Konzepte entwickelt worden, um einen guten Treffpunkt rund um die Medien zu entwickeln.

Ein großer Punkt bei einer Neugestaltung der Bibliothek sei der digitale Aspekt. „Hier müssen Sie sich unbedingt mit anderen Kommunen zusammenschließen, um die digitale Welt besser zu bespielen“, erklärte Eva Göring. Die Havixbecker sollten im Kreis Coesfeld bleiben und dort nach Verbündeten suchen, um auf Dauer zu überleben.

Der „Medienpass NRW“ würde schon bald für alle Schulen Pflicht. Das gelte für Grundschulen wie für weiterführende Schulen. Mit Blick auf die Anne-Frank-Gesamtschule hoben die Referentinnen hervor, dass die Schule längst diesen Pass eingeführt habe, was sehr löblich sei. „Sie haben ihre Hausaufgaben gemacht.“ In den verschiedenen Jahrgängen werden in den Fächern die vorgegebenen Themen bearbeitet. Im Fach Mathe gehört beispielsweise im siebten Jahrgang das Bearbeiten von Excel-Tabellen dazu. „Das ist Medienkompetenz von heute.“

Die Schul- und Gemeindebibliothek Havixbeck hat dadurch fast ein Alleinstellungsmerkmal in NRW. Die Kombination von Schule und öffentlicher Ausleihe gebe es nicht häufig. Dort müsse aber die Hardware immer wieder erneuert werden. „Das bleibt für die Zukunft so. Dort muss immer wieder investiert werden“, so Petra Büning.

Wie die Gemeinde nun mit den neuen Erkenntnissen umgehen will, bleibt zunächst offen. Es gibt einen Ratsbeschluss, der besagt, dass die beiden 50-ProzentStellen nicht wieder besetzt werden sollen. Für eine Neuausrichtung der Schul- und Gemeindebibliothek wären aber ausgebildete Bibliothekare unerlässlich, so die Mitarbeiterinnen der Bezirksregierung Düsseldorf. Ebenfalls dürfte der Austausch mit der KÖB am Kirchplatz noch intensiviert werden.

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