Windkraftanlagen
1500 Meter Abstand kein Thema

Havixbeck -

Die Planungen für drei Windkraftanlagen in der Bauerschaft Natrup werden vorangetrieben. Der Gemeinderat ist am Zuge, um über die Flächennutzungsplanänderung und den Städtebaulichen Vertrag zu entscheiden.

Mittwoch, 14.02.2018, 19:02 Uhr

Drei Windräder sollen in der Bauerschaft Natrup im Bereich der Bahnstrecke gebaut werden. Die Genehmigungen und Verträge sind derweil in Arbeit. Jetzt ist bald die Politik an der Reihe, die letztendlich darüber entscheidet. Unser Foto zeigt eines der beiden Windräder in Münster-Roxel.
Drei Windräder sollen in der Bauerschaft Natrup im Bereich der Bahnstrecke gebaut werden. Die Genehmigungen und Verträge sind derweil in Arbeit. Jetzt ist bald die Politik an der Reihe, die letztendlich darüber entscheidet. Unser Foto zeigt eines der beiden Windräder in Münster-Roxel. Foto: Klaus de Carné

Werden in den beiden Bauerschaften Natrup und Herkentrup zukünftig Windräder gebaut oder nicht? Diese Frage stellen sich zahlreiche Bürger, da sich die neu gewählte Landesregierung in Düsseldorf mit der Abstandsregelung von 1500 Metern ins Gespräch gebracht hat.

Die Gemeinde Havixbeck möchte der Windkraft den Raum verschaffen, so wie ihn der Gesetzgeber eingefordert hat. Von drei möglichen Standorten sind zwei übrig geblieben. In der Bauerschaft Natrup, unweit des Stiftes Tilbeck und nahe der Bahnstrecke, sollen drei verschieden hohe Windräder mit 200, 180 und 175 Metern Höhe entstehen.

Bauherr, Investor und Betreiber ist das Unternehmen „Plan 8“ mit Sitz in Eckernförde. Seit Juli liegt der Antrag auf Genehmigung beim Kreis Coesfeld vor. Dort untersuchen die einzelnen Fachabteilungen, ob alle notwendigen Punkte eingehalten werden. „Wir sind zuversichtlich, dass der Kreis schon bald die Genehmigung erteilt“, erklärte Projektleiter Dr. Hans-Jörg Markau den derzeitigen Stand. Die Änderung des Flächennutzungsplans ist ebenfalls in der Bearbeitung. Die Stellungnahmen der öffentlichen Einrichtungen sind eingeholt.

Dieser müsse dann vom Gemeinderat in Havixbeck verabschiedet werden. „Wir haben einen politischen Beschluss, dass die Gemeinde den Flächennutzungsplan ändern möchte“, erklärte Bürgermeister Klaus Gromöller im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Regionalplan sehe die Entwicklung regenerativer Energien vor. Damit habe die Kommune auch ihren Beitrag zu leisten, so der Bürgermeister.

Er hätte gerne alle drei Gebiete miteinbezogen. Aber durch einen Beschluss des Kreistags sei die Fläche in Poppenbeck herausrausgefallen. „Mit dieser Planung, wie sie jetzt vorliegt, haben wir eine Verspargelung der Landschaft verhindert. Ansonsten könnten an etlichen anderen Stellen einzelne Windkraftanlagen genehmigt werden“, so Gromöller.

Über die Planungen im Bereich Herkentrup – nahe des Klärwerks – könne man zurzeit wenig sagen. Gromöller wusste auch nicht, wie weit der Stand dort sei.

Neben der Erarbeitung des Flächennutzungsplans sei ebenfalls der Städtebauliche Vertrag mit der Gemeinde und dem Betreiber „Plan 8“ in der Erarbeitung. „Dabei geht es auch um die Kostenübernahme vieler Vorgutachten und anderer Aspekte, die zu beachten sind“, so Hans-Jörg Markau, der zuversichtlich die Planungen für Natrup weiter betreibt. Aber auch dieser Vertrag müsse noch von der Politik verabschiedet werden. Dies sei auch eine Hürde, die zunächst genommen werden müsse.

Markau weiß von einem neuen Entwurf für den Windenergie-Erlass in NRW. Bislang sei aber dort noch nicht einmal die 1500-Meter-Regelung mit eingearbeitet. „Das kann vielleicht noch kommen. Es gelten aber die Gesetze und Erlasse der Vorgängerregierung“, so Markau. Und nur darauf stütze sich die Planung und Fortführung der Anlagen in Natrup.

Planer wie Bürgermeister berichteten von einem Treffen mit den Bewohnern von Natrup. Dazu gehörten auch die wenigen Nutznießer, die ihre Äcker für die drei Windräder zur Verfügung stellen und eine gute Pacht kassieren.

Sehr kontrovers sei es bei dem Gespräch zugegangen. Alle Parteien hätten ihre Stellungnahme deutlich dargestellt. Dr. Hans-Jörg Markau: „Wir standen in der Bütt und haben aber gerne Rede und Antwort gestanden. Das machen wir immer so und das ist das Recht der Bürger.“

Wann letztendlich mit dem Bau der drei Windräder begonnen werden könne, stünde in den viel zitierten Sternen. Wenn alle Verträge von der Politik abgesegnet seien, dann wären die Beteiligten ein Stück weiter in Richtung erneuerbarer Energien.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5524451?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F162%2F
Baumschutzsatzung wird zum politischen Zankapfel
Stefan Weber
Nachrichten-Ticker