Flächennutzungsplan-Änderung
Windmühlen in zwei Bauerschaften

Havixbeck -

Die Ergebnisse der Auslegung zur 29. Änderung des Flächennutzungsplans, sachlicher Teilflächennutzungsplan „Windenergie“, berät am Donnerstag (14. Juni) der Bauausschuss der Gemeinde Havixbeck. Die Gemeindeverwaltung schlägt vor, Windpotenzialzonen in Herkentrup und Natrup auszuweisen.

Donnerstag, 14.06.2018, 06:00 Uhr

Diese Grafik zeigt, wie in der Bauerschaft Natrup, entlang der Bahnschienen, die drei Windkraftanlagen aufgebaut werden könnten. Eine der drei Windmühlen erreicht eine Höhe von 200 Metern.
Diese Grafik zeigt, wie in der Bauerschaft Natrup, entlang der Bahnschienen, die drei Windkraftanlagen aufgebaut werden könnten. Eine der drei Windmühlen erreicht eine Höhe von 200 Metern. Foto: Interessengemeinschaft Natrup

Die Gemeindeverwaltung Havixbeck legt im heutigen Bau- und Verkehrsausschuss (Beginn der öffentlichen Sitzung im Rathaus ist um 19 Uhr) eine dicke Verwaltungsvorlage vor. Diese enthält die Ergebnisse der Auslegung zur 29. Änderung des Flächennutzungsplans. Dabei geht es um den sachlichen Teilflächennutzungsplan „Windenergie“. Die Verwaltung schlägt vor, im Bereich Natrup und Herkentrup Windpotenzialzonen auszuweisen.

Während der üblichen Auslegung konnten alle Privatpersonen und öffentlichen Einrichtungen Stellung beziehen. Dazu gehörte unter anderem die Bundeswehr, die Telekom und die Deutsche Bahn. Aber auch die Interessengemeinschaft Natrup, die die Windräder vor ihre Häuser gestellt bekommt und deshalb die Aussetzung der Änderung des Flächennutzungsplans vom Gemeinderat einfordert.

„Ziel der Planung ist die Konzentration der Windenergienutzung auf bestimmte Teilbereiche des Gemeindegebietes und zwar mit der Folge, dass außerhalb der dargestellten Bereiche die Nutzung von Windenergie nicht zulässig ist“, schreibt die Verwaltung in der Beschlussvorlage.

Eine der Maßgaben für die Planungen ist es, „der Windenergie substanziell Raum zu geben“. Diese Anforderung hatte dazu geführt, dass auch die ehemalige Potenzialzone Poppenbeck, obwohl sie komplett im Landschaftsschutzgebiet liegt, von Beginn an in die Planungen mit einbezogen worden war, so die Verwaltung. Das für ein Landschaftsschutzgebiet grundsätzlich bestehende Bauverbot wurde aber durch den Kreis Coesfeld überprüft und nicht aufgehoben. Schon bei der Regionalplanung unterblieb deshalb die Ausweisung dieses Gebietes als Windvorranggebiet.

Die Eigenart und die Schönheit der Landschaft in Poppenbeck sei der Grund für die Ausweisung des Landschaftsschutzgebietes im Jahr 1972 gewesen. Das damit seit 45 Jahren verbundene „Prädikat“ dieser Landschaft bis zum heutigen Zeitpunkt zeige die Besonderheit dieses Areals auf. Auch die Denkmalpfleger des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe erläuterten in ihrer Stellungnahme, dass „nur mit dem Wegfall der Potentialzone Poppenbeck die Konflikte mit den Belangen des Denkmalschutzes bezüglich der 29. Änderung der Flächennutzungsplanung entfallen“.

Die Auswirkungen der besonderen Prädikate des Landschaftsschutzes mit dem weiterhin bestehenden Bauverbot in diesem Landschaftsschutzgebiet ist für die Gemeinde Havixbeck „nicht überwindbar“ und führte im Februar vergangenen Jahres dazu, dass der Rat die Potenzialzone Poppenbeck aus dem weiteren Planverfahren ausschloss, „weil kein Abwägungsspielraum mehr vorhanden war“.

Dennoch sei es möglich, mit den verbleibenden Zonen Natrup und Herkentrup mit 82 Hektar Fläche der Windenergie ausreichend Raum zu geben, so die Gemeindeverwaltung.

Die bis jetzt vorliegenden Ergebnisse der Artenschutzprüfungen für Natrup und Herkentrup lassen, die Flächennutzungsplanung betreffend, bislang keine Hindernisse erkennen. Die Untere Naturschutzbehörde hat die Gemeinde zwar Anfang Mai über die Ansiedlung eines Uhu-Paares in der Nähe der Planfläche Natrup informiert. Das stelle aus Sicht der Behörde aber kein unüberwindbares Planungshindernis dar.

Die Zone Herkentrup ragt zwar mit einer Teilfläche in das Landschaftsschutzgebiet hinein. Die Untere Naturschutzbehörde sieht aber keine Hindernisse für die Aufhebung des bestehenden Bauverbotes für diesen Teilbereich des Landschaftsschutzgebietes.

Die Bezirksregierung Münster hat aus den Zielen der Raumordnung heraus für die verbliebenen beiden Zonen keine Bedenken erhoben.

Die Verwaltung fasst zusammen, dass unter Abwägung aller vorliegenden Stellungnahmen, Einwendungen und der rechtlichen Rahmenbedingungen „eine gute Voraussetzung im Hinblick auf die Umsetzung der Flächennutzungsplanung für die Vorrangzonen der Windenergie“ gegeben sei. Daher empfiehlt der Bürgermeister dem Rat, den Feststellungsbeschluss zur 29. Änderung des Flächennutzungsplans zu treffen.

Ist der Beschluss gefallen, bekommt die Bezirksregierung Münster die Unterlagen übersandt. Die Oberbehörde hat drei Monate Zeit, um alles zu prüfen und um die Rechtskraft der Änderung festzustellen. Danach müssen die Investoren für jede zu errichtende Anlage eine Baugenehmigung beim Kreis Coesfeld als Genehmigungsbehörde einholen.

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