Havixbecker Modell
Starthilfe ins Berufsleben

Havixbeck -

Vielfältige Angebote für junge Menschen und arbeitssuchende Erwachsene, die Hilfe brauchen für ihren Einstieg oder Wiedereinstieg ins Berufsleben, macht das „Havixbecker Modell“.

Freitag, 29.06.2018, 10:00 Uhr

Bundestagsabgeordneter Marc Henrichmann (Mitte) informierte sich bei (v.l.) Ulrich Kraft, Hermann Roters, Marion Otte und Heiner Hülsken über die Arbeit des „Havixbecker Modells“.
Bundestagsabgeordneter Marc Henrichmann (Mitte) informierte sich bei (v.l.) Ulrich Kraft, Hermann Roters, Marion Otte und Heiner Hülsken über die Arbeit des „Havixbecker Modells“. Foto: Büro Marc Henrichmann

Als Verein für berufliche und soziale Integration wirkt das „Havixbecker Modell“ seit 40 Jahren im ganzen Kreis Coesfeld. Von der Kreisstadt Coesfeld aus werden die vielfältigen Angebote für junge Menschen und arbeitssuchende Erwachsene gesteuert, die Hilfe brauchen für ihren Einstieg oder Wiedereinstieg ins Berufsleben. Über die Erfolge, die der Verein dabei erzielt, aber auch über die oft schwierige Finanzierung der Projekte informierte sich der heimische Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann.

Der CDU-Politiker bescheinigte den pädagogischen Kräften und den ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern, dass sie mit ihrem niedrigschwelligen Angebot wertvolle Arbeit leisteten. „Gut, dass sie die Jugendlichen direkt vor Ort abholen“, erklärte er.

Tatsächlich ist das „Havixbecker Modell“ im Kreis Coesfeld fast lückenlos vertreten, zum Beispiel mit kommunalen Bewerberforen in Ascheberg, Lüdinghausen, Nordkirchen, Olfen und Senden. In Nottuln und Rosendahl begleitet seit diesem Jahr ein Jobcoach Flüchtlinge auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt, das Programm „die zweite Chance“ wendet sich an Schulverweigerer in Havixbeck, Billerbeck, Lüdinghausen, Senden und Ascheberg.

1978 in Zeiten hoher Jugendarbeitslosigkeit gegründet, vermittelte das Havixbecker Modell Jugendlichen zunächst Praktika. Auch wenn Betriebe heute dringend Azubis suchen, „es gibt immer noch Jugendliche ohne Chance auf dem Arbeitsmarkt“, wie Geschäftsführerin Marion Otte betonte. Zwölf-Wochen-Kurse führen sie ans Berufsleben heran. „Die Fälle sind intensiver als früher“, stellte Vorsitzender Hermann Roters fest. Psychische Erkrankungen kämen häufiger vor, oft hätten sich die Probleme der jungen Menschen über Generationen verstärkt.

„Die Identifikation unserer pädagogischen Mitarbeiter mit dem Havixbecker Modell ist groß“, unterstrich Vorstandsmitglied Heiner Hülsken. Diese sind überwiegend mit Jahresverträgen ausgestattet, die oft erst kurzfristig verlängert werden können. Der Grund für diese Unsicherheit, die die Beschäftigten belastet: „Wir sind abhängig von Bewilligungsbescheiden.“ Und häufig würden Zuschüsse erst am Jahresende zugesagt. Dass sich auf dem Feld der Arbeitsmarktpolitik viele Träger tummelten und bei Ausschreibungen in erster Linie der Preis einer Maßnahme entscheide, erschwere die Arbeit zusätzlich.

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