Robert Hülsbusch geht in den Ruhestand
Havixbeck ans Herz gewachsen

Havixbeck -

27 Jahre war Robert Hülsbusch an der Anne-Frank-Gesamtschule (AFG) Havixbeck als Lehrer tätig. Nun geht er in den wohlverdienten Ruhestand. Er war als Kulturbeauftragter der AFG, Mitgestalter der Schülerzeitung „Habicht“, Leiter des Pressekurses, Mitglied im Friedenskreis an der AFG und natürlich verantwortlicher Klassenlehrer lange Zeit in Havixbeck tätig.

Mittwoch, 11.07.2018, 10:00 Uhr

AFG-Lehrer Robert Hülsbusch geht in den Ruhestand. Nach 27 Jahren verlässt er die Anne-Frank-Gesamtschule.
AFG-Lehrer Robert Hülsbusch geht in den Ruhestand. Nach 27 Jahren verlässt er die Anne-Frank-Gesamtschule. Foto: Ulrich Kramer

27 Jahre war Robert Hülsbusch an der Anne-Frank-Gesamtschule (AFG) Havixbeck als Lehrer tätig. Nun geht er in den wohlverdienten Ruhestand. Er war als Kulturbeauftragter der AFG, Mitgestalter der Schülerzeitung „Habicht“, Leiter des Pressekurses, Mitglied im Friedenskreis an der AFG und natürlich verantwortlicher Klassenlehrer lange Zeit in Havixbeck tätig. Mit dem Pädagogen sprach WN-Redakteur Klaus de Carné.

Herr Hülsbusch, nach so langer Zeit verlassen Sie die AFG und Havixbeck. Mit etwas Wehmut?

Hülsbusch: Erstmal mit Freude, klar! Aber natürlich auch mit ganz viel Wehmut. Die Anne-Frank-Gesamtschule und auch der Ort Havixbeck sind mir ans Herz gewachsen, sind meine Heimat. Hier fühlte und fühle ich mich wohl. Ich durfte fünf Klassen als Klassenlehrer jeweils vom 5. bis zum 10. Schuljahr begleiten. Dabei habe ich so viele wunderbare Schülerinnen und Schüler kennengelernt und mit so vielen tollen Eltern zusammengearbeitet. Das ist schon ein großes Geschenk. Und auch mit vielen außerschulischen Partnern durfte ich kooperieren – allen voran mit der WN-Lokalredaktion Havixbeck und mit Franz-Josef Janning, der als örtlicher Buchhändler seit über 20 Jahren für die AFG-Kulturabende den Vorverkauf durchführt und uns immer engagiert unterstützt hat.

Sie waren mit der AFG immer wieder in der Öffentlichkeit stark präsent. Hatten Sie überhaupt Zeit für Unterricht?

Hülsbusch: Eine gute Frage! (lacht) Was ist denn Unterricht? Nein, im Ernst. Ein Unterrichtsprinzip für mich als Deutsch- und Geschichtslehrer war es, mit den Schülerinnen und Schülern für das wirkliche Leben zu lernen. Nicht nur Texte schreiben für den Lehrer, die dann zensiert werden und in die Tonne gehen. Immer wieder versuchte ich, reale Schreibanlässe zu finden, Texte für eine interessierte Öffentlichkeit schreiben zu lassen, Möglichkeiten für Schüler zu suchen, öffentlich Einfluss zu nehmen. Beispiele dafür sind die Schülerzeitung Habicht, die Radiosendungen, die im Kreis Coesfeld ausgestrahlt wurden, etliche Ausstellungen und Aktionen – so zum Beispiel zum Gedenken an den Beginn des Ersten Weltkrieges oder an Lieselotte Köhnlein.

Was muss Schule heute leisten?

Hülsbusch: Ich meine, dass Schule noch viel mehr darauf zu achten hat, dass jede Schülerin, jeder Schüler eine reelle Chance der schulischen und beruflichen Entwicklung erhält – unabhängig von der Herkunft, auch und gerade Schülerinnen und Schüler, die nicht mit tollen Startbedingungen ins Leben gehen, die es schwer haben. Das jedenfalls war mir als Lehrer sehr wichtig, war eine Grundüberzeugung meines pädagogischen Handelns. In diesem Sinne habe ich Unterrichten und das Lehrerdasein auch als politische Aufgabe begriffen.

Sieben Kolleginnen und Kollegen gehen nun? Das ist doch ein großer Umbruch.

Na ja – sagen wir mal, es ist ein kleiner Umbruch. Aber wir haben alles gut vorbereitet. Und was ganz klar ist: Wir haben so viele neue und junge Kolleginnen und Kollegen in den letzten Jahren an unsere Schule bekommen. Die bringen neue Ideen und neuen Schwung mit in die Schule. Das war und ist für uns, für die Alten, eine wahre Freude. Es geht mit der AFG richtig gut weiter.

Was gibt es noch zu sagen – eine Botschaft?

Ich gehe als aktiver Lehrer. Aber es bleiben die vielfältigen Beziehungen zu meinen Ehemaligen. Und so behalte ich ein Stück meine Lehrerrolle, bin auch weiterhin für meine ehemaligen Schülerinnen und Schüler da. Meine Adresse ist bekannt. Unsere Tür steht offen. Eine Tasse Kaffee oder auch für die Älteren ein Bier stehen immer bereit. Ich würde mich freuen!

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