Havixbeck

So., 05.09.2010

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Filigrane Kirchenmodelle

„Baumeister“ Rolf Schäfer und einige seiner Werke.

Havixbeck - Kirchenmodelle aus Papier präsentiert das Sandstein-Museum in seiner nächsten Ausstellung. „Meisterwerke der Filigranarbeit“ nennt Museumsleiter Dr. Joachim Eichler die teilweise nur wenige Zentimeter großen Bauwerke. Bei Rolf Schäfers Arbeiten sind beziehungsweise waren die Grundmaterialien, Werkzeuge und Hilfsmittel bei der Herstellung der Modelle dünne Pappe und Papier, Transparent- und Alufolie, Zahnstocher, Bleistift, Lineal, Schere, Locher, Alleskleber, Folienstifte, Wasserfarben und Pinsel.

Wer sich für bedeutende Kirchbauten in Westfalen und im Rheinland interessiert, wird bei Rolf Schäfers Kirchenmodellen schnell zu Assoziationen kommen. Die Baumberger werden schnell St. Bonifatius in Schapdetten erkennen wollen, aber dann doch ein bedeutendes Bauteil vermissen. Wo in Schapdetten die Apsis an das Hauptschiff grenzt, schließt im Schäferschen Kirchenmodell ein Stufengiebel das Kirchenschiff ab. Es mag, so der Bauherr der Miniaturkirchen, mal einen Brand gegeben haben, der die Apsis zerstörte.

Rolf Schäfer findet es völlig reizlos, reale Kirchen maßstabsgetreu nachzubauen. Er denkt sich seine eigene Baugeschichte aus, zu der reale Kirchen nur den Anstoß geben.

So hat manches Kirchenmodell seine ganz eigene Baugeschichte. Eine spätromanische Basilika beschreibt Rolf Schäfer so: „Schiff und Chor entstanden ab Ende 1991 bis 1992 (unter dem Eindruck der Abteikirche Brauweiler); Zeltdach des Vierungsturms noch in der Entstehungsphase der Kirche wieder entfernt und Turm um zwei Geschosse plus Faltdach erhöht (unter dem Eindruck der Stiftskirche Gerresheim). Zwischen 1997 und 1999 Erweiterung der Kirche um ein westliches Joch, welches vollständig in dem neuen, großen Turm integriert ist. Farbige Gestaltung des Äußeren im Jahr 2008.“

Dieses Kirchenmodell hat also allein 17 Jahre Baugeschichte. Tatsächlich sind die filigranen Feinarbeiten atemberaubend. Maßwerkfenster sind aus papierenen Einzelteilen zusammengesetzt, die jeweils einen Quadratmillimeter nicht überschreiten. Dass die Kirchenmodelle im Innern auch ausgemalt sind, macht ihre Präsentation zwar noch reizvoller, erhöht aber auch den Schwierigkeitsgrad für den Ausstellungsmacher, sollen die Besucher doch die Innenseiten auch zu sehen bekommen.

» Die Ausstellung wird am kommenden Freitag (10. September) um 19 Uhr im Sandstein-Museum eröffnet.


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