Havixbeck
Mi., 10.03.2010
Fußballfreie Zone Havixbeck?
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Havixbeck - Eine klare Zusage für den Bau eines Kunstrasenplatzes konnten die Fußballer von Schwarz-Weiß Havixbeck aus dem Sozialausschuss nicht mit nach Hause nehmen. Die Enttäuschung war den Vertretern der ersten Mannschaft am Dienstagabend anzumerken. Sparen sei in diesem Jahr angesagt, gab Bürgermeister Klaus Gromöller unmissverständlich allen Anwesenden zu verstehen. Es sei absolut kein Geld für Sonderprojekte vorhanden. Auch nicht für einen Kunstrasenplatz. Auch wenn er so dringend benötigt würde.
Pastor Detlef Ruschinzik sprach von einem schwachen Bild, das der Sozialausschuss abgebe. Schließlich sei dieser für den Sportbereich zuständig. Der Fußball sei ein Aushängeschild für jede Gemeinde. „Scheinbar ist der Gemeinde die große Anzahl von aktiven Fußballern egal“, so der evangelische Pastor. „Oder soll Havixbeck eine fußballfreie Zone werden?“, fragte er in die Runde. Es müsse einen neuen Platz für den desolaten Ascheplatz geben. Alleine auch wegen der vielen jungen Spieler, meinte Ruschinzik.
Bürgermeister Klaus Gromöller versuchte mit vielen Worten, Klarheit in die Sachlage zu bringen. Er lobte das Engagement der beiden Sportvereine aus Havixbeck und Hohenholte. Es bestünde kein Zweifel, dass da was kommen müsse. Die Schulden seien aber mit 2,8 Millionen Euro doppelt so hoch wie im letzten Jahr. Dies sei nicht auf ein Missmanagement zurückzuführen, sondern eine Auswirkung der Finanzkrise.
Dennoch müsse die Gemeinde Investitionen vornehmen. Gromöller nannte die Münsterstraße und das Rathaus. Hierzu stünden Fördergelder bereit, die mit eigenen Mitteln aufgestockt werden müssten. Es sei auch kein Geld für den AFG-Schulhof und die Musikschule vorhanden. In der Musikschule seien die Toiletten und das Büro in einem schlechten Zustand. Damit hatte Gromöller einen wunden Punkt angesprochen, der sofort aus dem Zuschauerraum kommentiert wurde. „Sie wollen den Sport gegen die Kultur ausspielen“, sagte ein Zuhörer. Gromöller dürfe ruhig mal das Vereinsgebäude im Sportzentrum besichtigen, dann könne er die Toiletten dort beurteilen. Gromöller entgegnete, dass er noch Vorsitzender der Musikschule sei, dieses Amt aber in Kürze abgeben werde.
Ausschuss-Vorsitzende Margarete Schäpers (SPD) versprach, dass alle Fraktionen dem Sport diesen Platz gönnen. Man wolle auf keinen Fall Sport gegen Kultur ausspielen. 100.000 Euro sollen zunächst für das Jahr 2013 im Haushalt vorgesehen werden. Weiter sollen Finanzierungsideen gesammelt und eine Kostenaufstellung für einen Kunstrasenplatz gemacht werden. Ludger Messing, SWH-Abteilungsleiter Fußball, gab den Hinweis, dass der Verein auch 100.000 Euro dazugeben könnte. Außerdem solle man sich über Kredite und deren Zurückzahlung unterhalten. Die Politik gab auch das Signal, vielleicht in 2011 schon Geld vorzusehen.
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