Havixbeck
Di., 09.03.2010
Hauptzeugin bestätigt Vorwürfe
|
|
Havixbeck/Münster - Das Beschwerdebild, mit dem die Frauen sich in die Hände des Havixbecker Heilpraktikers begaben, war vielschichtig. Von Migräne über Hüftprobleme bis hin zu Schmerzen an der Halswirbelsäule. Nur eines war in einer Vielzahl von Fällen gleich: Die Frauen mussten sich völlig ausziehen. Zu Beginn des zweiten Verhandlungstags gab es für das Gericht eine „Lehrstunde“ in Sachen Osteopathie. Mit Hilfe von Anschauungsmaterial demonstrierte der 56-Jährige, wie man die Organe im Becken behandeln kann.
Doch im Mittelpunkt der Verhandlung, wo der Havixbecker sich in zahlreichen Fällen wegen sexuellen Missbrauchs von Patienten zu verantworten hat (WN-Bericht 5. März), stand die Aussage der Hauptbelastungszeugin.
Noch Jahre nach den möglichen Vorfällen in der Praxis des Angeklagten zeigte sich die Zeugin völlig beeindruckt. Der Gang in den Zeugenstand kam für das Opfer dem Gang nach „Canossa“ gleich. „Ich frage mich heute noch, wie so etwas möglich war. Aber wenn sie von Arzt zu Arzt gehen und keiner kann ihnen helfen, klammern sie sich an jeden Strohhalm“, äußerte sich die junge Frau zuvor in einem Gespräch.
Welche Behandlungsmethoden die Frau - die an Rückenschmerzen litt - ausgesetzt war, wurde der Öffentlichkeit gestern nicht zugänglich. Weil die Intimsphäre der Zeugin hoch anzusiedeln sei, wurde während ihrer über Stunden andauernden Vernehmung die Öffentlichkeit ausgeschlossen.
Wie vom Landgericht zu erfahren war, bestätigte das Opfer die Anklagevorwürfe. Für den Angeklagten steht im Falle einer Verurteilung viel auf dem Spiel. Wie die Staatsanwältin in ihrer Anklage anführte, auch die Frage des Berufsverbots. In den nächsten Tagen hört das Gericht weitere Zeugen an.
|
|
Anzeige
InserierenWN-Immo Anzeigen
Wohnungen, Häuser, Grundstücke und gewerbliche Immobilien aus Ihrer Region