Havixbeck
Mi., 30.06.2010
Menschen bewegen und Solidarität zeigen
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Havixbeck - 1.746 Kilometer in 114 Etappen an 57 Tagen. Das sind die nüchternen Fakten des Charity-Laufs von Havixbeck nach Srebrenica. Doch für Initiator Charly Weiper geht es bei dem Projekt „Run for their lives“ um viel mehr: Der Havixbecker möchte Aufmerksamkeit schaffen für die Menschen, die noch immer unter den Folgen des Massakers von Srebrenica, dem größten, als Völkermord klassifizierten Kriegsverbrechen nach dem Holocaust, leiden. Mindestens 80.000 Euro sollen während des Spendenlaufs für die Einrichtung und Finanzierung eines Therapiezentrums in Bratunac gesammelt werden.
„Wir wollen Menschen bewegen und Solidarität sichtbar werden lassen“, erklärte Charly Weiper am Mittwochmorgen während der Vorstellung des Projekts im Havixbecker Rathaus. Der Start des Laufs erfolgt am 18. Juli in Havixbeck. Eine große Frühstückstafel wird um 9 Uhr zur Einstimmung auf das Event gedeckt. Jeder ist eingeladen, sich zu stärken und anschließend die Läufer, Walker und Wanderer auf die erste Etappe zu schicken. Acht Vereine übernehmen die Organisation und die Bewirtung. Das Jugendorchester Havixbeck sorgt für musikalische Unterhaltung. 1.000 Luftballons werden im Rahmen eines Wettbewerbs in den Himmel aufsteigen.
Nach dem Reisesegen machen sich die Aktiven um 10 Uhr auf den Weg. Die ersten 15 Kilometer werden bis Senden zurückgelegt. Von dort geht es um 15 Uhr weiter in Richtung Lüdinghausen. „Ich habe mir fest vorgenommen, mitzulaufen“, kündigte Bürgermeister Klaus Gromöller an. Auch Sendens Bürgermeister Alfred Holz wird auf dem ersten Teilstück die Laufschuhe schnüren. „Jeder kann in den Lauf nach seiner Leistungsfähigkeit einsteigen“, rief Charly Weiper zum Mitmachen auf. „Jeder kann mitlaufen, walken oder gehen, egal wie viele Kilometer, egal wie schnell.“
Das Startgeld in Höhe von 10 Euro pro Teilnehmer und weitere Spenden sind für das Hilfsprojekt „Zurück ins Leben“ des Vereins Unterstützung Osteuropa bestimmt. „Dieses hat vor allem das Ziel, den ehemaligen KZ-Insassen und Folteropfern, den vergewaltigten Frauen und ihren Familien zu helfen, in eine selbstbestimmte Existenz zurückzufinden“, erklärte Charly Weiper.
„Ich hoffe, dass wir am Start beginnend viele Nachahmer finden, um die Menschlichkeit wieder viel mehr in den Vordergrund zu heben“, lenkte Richard Borgmann, Bürgermeister von Lüdinghausen, den Blick auf den besonderen Charakter des Laufs. Der „Run for their lives“ führt von Deutschland über Österreich, Slowenien und Kroatien nach Bosnien-Herzegowina. Am 12. September ist das Ziel in Srebrenica.
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