Havixbeck
So., 22.08.2010
Saft der Reben floss in die Gläser
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Havixbeck - „Hmmmm!“ Axel Füssmann wischte sich genüsslich den Schaum vom Mund, betrachtete beinahe wehmütig sein leeres Weißbierglas und machte sich an die Arbeit. Der Havixbecker Weinhändler tat genau das, was an diesem warmen Abend so manch anderem Besucher des Weinfestes auch Genuss bereitete: ein Bier gegen den Durst und danach den Wein genießen. Nach ganz alter Zechererfahrung folgend: „Wein auf Bier, das rat ich Dir!“
Dass ein ebenso äußerst zufriedener Museumschef dem angeregten Treiben im Museumshof zuschaute, lag wohl daran, dass eben der milden Witterung wegen das Weinfest im Museumshof schon ab dem frühen Abend rappelvoll war.
Bei feinster Hintergrundmusik der Coesfelder „acoustic ovation“, die unter ihrem Leader Georg Hallekamp mit gepflegter Pop-, Soul- und zeitgemäßer Unterhaltung aufwartete, saßen viele Gruppen, Clubs und Freundeskreise wie festgeklebt an den langen Tischen - um nur einzeln aufzustehen, damit neuer Rebensaft in die Gläser herbei geordert werden konnte.
Und hier waren die Quellen mit denen vom letzten Jahr gewissermaßen identisch. Wie der schon erwähnte Havixbecker „Weingärtner“ Füssmann, hielten Birgit Kossack von der Handelsfirma „Sandfire“ und Winzermeister Peter Oberbillig von der Mosel vom „Süffigen“ bis „Erlesenen“ eine breite anspruchsvoller Kellergewächse unter ihren Korkenziehern.
Wobei der Erstere einen wunderbar aromatisch, feinherben mit dezenter Säure ausgestatteten „Herrenberger Honigsäckel“ aus Ungstein (Pfälzer Weinstraße) verkosten ließ; Birgit Kossack einen aufregend süßen australischen „Choc-a-Bloc“, einen mit Schokolade ausgebauten Portwein kreierte; während Winzermeister Oberbillig - der treueste aller Weinmarkt-Beschicker von außerhalb, seine süffigen Rieslinge in allen Qualitätsstufen offen hielt.
Durst und Genuß war also Genüge getan. Vor allem, da auch das Museums-Café an diesem Abend geöffnet hatte und als Pendant zu dessen appetitlicher Küche, die „Creperie von Jürgen Exner mit speziellen Wein-Beigaben aufwarten konnte.
Und sogar noch spannnender wurde es, als Klaus Wiethaup gemeinsam mit Dr. Joachim Eichler Einzelstücke der letzten Ausstellung, die am Sonntag endete, versteigerte. Mit den Einnahmen teils zur Unterstützung für Charly Weipers Laufaktion, teils zur Beihilfe für die wenig bemittelten afrikanischen Künstler, die die kleinen und großen Kunstwerke hergstellt hatten.
So schien der abnehmende Mond vom Havixbecker Nachthimmel bis spät in die Nacht auf ein wieder einmal großartiges Event an einer der schönsten Stätten des Münsterlandes, dem Baumberger Sandsteinmuseum, herab.
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