Havixbeck

So., 07.03.2010

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Schlichtweg begeisternd

Die Mainzer Hofsänger sorgten mit dem Konzert am Samstagabend für einen weiteren Höhepunkt im Jubiläumsjahr des Männergesangvereins Havixbeck. Fotos: (Dieter Klein)
Von Dieter Klein

Havixbeck - „So ein Tag, so wunderschön wie heute, so ein Tag, der dürfte nie vergehn.“ - Wer bisher geglaubt hatte, am fantastischen Havixbecker Musikhimmel alle Sterne schon gesehen und gehört zu haben, musste am Samstagabend einen weiteren, hell glänzenden Sternenpulk mit Namen „Mainzer Hofsänger“ dazuschieben. Der Chor lieferte in einem mehr als zweistündigen Programm den Beweis dafür, warum seine Auftritte in ganz Europa, Amerika und auf mondänen Kreuzfahrtschiffen so gesucht sind. Der MGV Havixbeck, der die Hofsänger aus Anlass seines 150-jährigen Bestehens verpflichtet hatte, durfte mehr als zufrieden sein.

In knapp 30 Titeln boten die Mainzer Hofsänger nicht nur eine fantastische Musikshow, sondern nahezu Duplikate aller bekannten Stimmwunder - von dem silbernen Tenor eines Peter Anders in „Ach, ich hab in meinem Herzen“ bis zum vibrierenden Keller-Bass eines Kenneth Spencers in „Old man river“.

Der Chor kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken. Gegründet 1926 unter dem Namen „Musik-Hochschul-Sänger“, traten die Mitglieder als Fastnachtschor auf. Den älteren Besuchern der bestens besuchten Veranstaltung des MGV Havixbeck in der Sporthalle an der Anne-Frank-Gesamtschule sind die Gründerväter noch als singende Clowns in den Fernsehsitzungen bei „Mainz, wie es singt und lacht“ ab den 50er-Jahren bekannt. Später begeisterte ihr „Sassa“ aus der Fred-Raymond-Operette „Maske in Blau“ auch in der Nachfolgesendung „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“.

Doch es gab auch Probleme. Eben wegen der „Semiprofessionalität“ entstanden personelle und finanzielle Probleme. Und wegen angeblich satirisch überzogener politischer Texte wurden die Hofsänger schon mehrmals, zuletzt 2008, aus dem TV-Fastnachtsprogramm gestrichen.

In Havixbeck aber gaben sich die Mainzer Hofsänger geradeso, wie es die Verantwortlichen des MGV in ihrem Jubiläumsjahr erhofft hatten: in blendender Verfassung, mit wechselnden Soloparts und der gesamten Palette chormusikalischer Evergreens. Um nur ein paar Beispiele zu nennen: Vom „Chianti-Lied“ über „Zwei Märchenaugen“, „My way“, „New York, New York“ bis zum „Amen“, mit jedem Lied wuchs die Liebeserklärung an das Leben nach Noten.

Schwer zu sagen, ob dabei die strahlenden 1. Tenöre Volker Allendorf, Gerhard Kraus, Mathias Wolf und Stefan Zier, oder die schweren 2. Bässe Andreas Cretzan, Jörg Eßer und Frank Häser - um nur ein paar herauszuheben - mehr imponierten, sie alle klangen schlichtweg begeisternd. Und als ihr „Kapitän“ Ralf Marling versprach: „Wir nehmen Abschied, aber wir kommen wieder“, hielt es keinen Zuhörer im weiten Rund mehr auf seinem Stuhl. Mit einem Blumenstrauß von Theo Berning und einem großen, signierten Hofsänger-Bild „für den Probenraum“ ging der musikalische Teil des Abends zu Ende. Ein glänzender weiterer Höhepunkt im MGV-Jubiläumsjahr.


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