Mi., 01.04.2015

Ruth Weiss war zu Gast im St.-Antonius-Gymnasium Mit Gegebenheiten nicht abfinden

Ruth Weiss war jetzt zu Gast im St.-Antonius-Gymnasium und sprach über ihr Leben und die Menschenrechte.

Ruth Weiss war jetzt zu Gast im St.-Antonius-Gymnasium und sprach über ihr Leben und die Menschenrechte. Foto: Anton

Lüdinghausen - 

60 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe Q2 des St.-Antonius-Gymnasiums erlebten, gut vorbereitet, kurz vor dem Start in die Ferien eine ganz besondere Geschichtsstunde: Ruth Weiss, seit Jahrzehnten eine Kämpferin für Menschenrechte in Europa und im südlichen Afrika war zu Gast.

Als Ruth Weiss die Aula betrat, spürten die Schüler sofort, dass ein besonderer Gast den Weg aus der unmittelbaren Nachbarschaft zur Schule gefunden hatte, um mit ihnen ihre Lebenserinnerungen zu teilen und zu überdenken, was im Leben wirklich zählt. Im Mittelpunkt des Vormittags standen folgende Themenfelder: das Leben in Deutschland als orthodoxe jüdische Familie vor der NS-Zeit, die Jahre der Diskriminierung und Ausgrenzung als Jüdin bis zur Flucht aus Deutschland 1936 sowie der Kampf für die Menschenrechte in Südafrika und die Frage nach der Bedeutung und dem Umgang mit den Menschenrechten in Deutschland und der Welt heute.

„Ruth Weiss machte von Anfang an deutlich, woher ihre Motivation für den lebenslangen Kampf für die Menschenrechte kommt“, heißt es in einer Presseemitteilung der Schule. Persönliches Erleben von Unmenschlichkeit und Unterdrückung im nationalsozialistischen Deutschland und die Erfahrung von Diskriminierung und Ausgrenzung in Südafrika sensibilisierten sie als Kind und Jugendliche für die Menschenrechte und waren und sind die Triebfedern für ihren jahrzehntelangen engagierten und mutigen Einsatz im Kampf um die Menschenrechte.

Ruth Weiss musste nicht lange nachdenken, als ein Schüler sie fragte, was der bedeutendste Moment in ihrem Leben gewesen sei. Die Freilassung von Nelson Mandela, die sie im Fernsehen miterlebte, sei dieser Moment gewesen. Der Kampf vieler Unterdrückter in Afrika, der auch zu ihrem Kampf geworden war, sei erfolgreich beendet worden, ohne dass Gewalt ausgeübt werden musste.

Mit Blick auf das Heute und das Morgen gab Ruth Weiss den angehenden Abiturienten mit auf den Weg, mit wachem kritischen Blick die gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in der Welt zu begleiten und die Stimme zu erheben, wo Menschen unterdrückt, ausgebeutet oder verfolgt werden. Denn die Freiheit, beinhalte die einmalige Chance, Nein sagen zu können und sich mit Gegebenheiten nicht abfinden zu müssen.

Zum Ende dieser eindrucksvollen „Geschichtsstunde“ erhielt Ruth Weiss ein besonderes Geschenk, nachdem sie zuvor die Schülerinnen und Schüler durch die Schilderung ihrer Lebenserinnerungen und ihre Antworten auf die Herausforderungen für die Gegenwart und Zukunft der Welt besonders beschenkt hatte: Die Schüler bedankten sich bei Ruth Weiss nicht nur mit einem lang anhaltenden Applaus, sondern überreichten ihr auch eine Urkunde über eine Baumpflanzaktion durch den Jüdischen Nationalfonds in Israel mit folgendem Text: „Für Frau Ruth Weiss – als Zeichen des Dankes für ihren Besuch und die Schilderung ihrer Lebenserinnerungen haben Oberstufenschülerinnen und Oberstufenschüler des St.-Antonius-Gymnasium fünf Bäume in Israel pflanzen lassen.“

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