Lüdinghausen
„Stehen Gewehr bei Fuß“

Donnerstag, 14.10.2010, 04:10 Uhr

Seppenrade - Die Borkenberge-Gesellschaft steht „ Gewehr bei Fuß“. Wenn es nach dem Willen des Trägervereins des Flugplatzes im „Dreiländereck“ zwischen Lüdinghausen , Dülmen und Haltern ginge, könnte bereits morgen der erste Spatenstich erfolgen. Aber die Bürokratie stellt sich derzeit als Hemmschuh dar: Der Verein hofft nämlich noch auf Zuschüsse seitens des Landes NRW. Da in diesem Jahr die Töpfe leer sind, spekulieren die Verantwortlichen auf das kommende Jahr. Aber so lange über die Zuschüsse nicht entschieden worden ist, dürfen die Bauarbeiten nicht in Angriff genommen werden. „Das ist eine unbefriedigende Situation“, kommentierte Horst-Dieter Jagla , Vorsitzender der Borkenberge-Gesellschaft den derzeitigen Status.

Vor fast genau zwei Jahren kam die Genehmigung des Ausbaus des Verkehrslandeplatzes. Die Startbahn soll von 694 auf 874 Meter verlängert werden. Die Verlängerung der Piste ist eigentlich ein Resultat der höheren Sicherheitsvorkehrungen, die mittlerweile in der EU gelten. Am Charakter des Flugplatzes ändert sich dagegen nichts: Die Flugzeuge dürfen maximal zwei Tonnen wiegen. „Wer glaubt, von hier demnächst nach Mallorca fliegen zu können, irrt sich gewaltig“, schmunzelt Gisbert Alfing , stellvertretender Vorsitzender der Borkenberge-Gesellschaft und gleichzeitig auch dessen Geschäftsführer. Er gehört bereits seit fast zehn Jahren dem Vorstand an und ebenso lange liegt ihm die Verlängerung der Start- und Landebahn im Magen. Dass der Verein auf eine baldig Lösung (sprich: Bezuschussung) drängt, verwundert nicht. Der Verein hat immerhin schon 225 000 Euro in das Projekt aus Eigenmitteln gesteckt. Es wurden Grundstücke gekauft und Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen finanziert. Auf 40 Prozent an Zuschüssen aus Düsseldorf hoffen die Flieger. Sie erwarten Gesamtkosten in Höhe von 580 000 Euro.

So gut wie abgeschlossen ist dagegen die Verlängerung der Start- und Landeflächen für die Segelflieger in Richtung Osten. Sie wurden in der abgelaufenen Saison auch schon genutzt. Eine Schleppstrecke von 1500 Metern steht den Fliegern jetzt zur Verfügung. Die Segler können damit bis auf eine Höhe von 530 Metern gezogen werden. „Moderne Segelflugzeuge, die bis zu 700 Kilo schwer sind, brauchen eine längere Schleppstrecke als die leichten Flugzeuge von früher“, begründet Alfing die Entwicklung. Der Ausbau der Flächen, der auch der Sicherheit dient, erfolgte übrigens komplett in Eigenleistung.

Von den Umbaumaßnahmen werden auch die Schaulustigen profitieren. Am östlichen Startplatz der Segelflieger soll ein Zuschauerbereich entstehen. Gäste können dann von dort aus verfolgen, wie die Segler gen Himmel rauschen.

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