Fünf Einsätze in zweieinhalb Wochen:
Mi., 08.02.2012
Kaminbrände halten die Wehr auf Trab
Gemeinsam versuchen Feuerwehr und Schornsteinfeger den Brand eines Kamins – wie hier unlängst in Seppenrade – unter Kontrolle zu bekommen.
Lüdinghausen -
Kaminbrände halten die Lüdinghauser Feuerwehr derzeit auf Trab. Fünf Mal musste die Wehr in den vergangenen zweieinhalb Wochen ausrücken.
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Die Flammen lodern, der Glühwein schmeckt, im Kamin knistert das Holz. Mit dieser Gemütlichkeit kann es urplötzlich vorbei sein: Kaminbrände halten die Lüdinghauser Feuerwehr derzeit auf Trab. Dabei brennt das Feuer nicht nur in der Feuerstelle, sondern auch im Rohr, durch den eigentlich nur der Qualm abziehen sollte. Fünf Einsätze in zweieinhalb Wochen fließen in die Statistik der Wehr ein. „Mit solchen Bränden ist nicht zu spaßen“, sind sich Feuerwehr-Chef Günter Weide und Horst Kuhl, Sprecher der Bezirksschornsteinfeger im Kreis Coesfeld, einig.
In regelmäßigen Abständen kommt der Schornsteinfeger. Er kontrolliert nicht nur die Heizung. Er sorgt auch dafür, dass der Kamin gereinigt wird. Die Säuberung des Rohrs, das die Feuerstelle mit dem senkrechten Kaminrohr verbindet, ist jedoch Sache des Hauseigentümers. Und hier liegt der Hase im Pfeffer: Der „Fuchs“, so der Fachbegriff für dieses Rohr, wird nur selten gesäubert. „Hier entstehen die meisten Kaminbrände“, erläutert Günter Weide aus langjähriger Erfahrung. Der Ruß, der sich dort im Laufe der Zeit abgesetzt hat, brennt ab – und das mit Temperaturen deutlich jenseits der 1000-Grad-Grenze. „Und diese Temperaturen machen uns auch das Eingreifen so schwer“, so Weide. „Da kann man nicht viel machen, außer den Kamin kehren.“ Mit Löschwasser darf der Brand auf keinen Fall bekämpft werden. Falls möglich, sollte die Kaminklappe geschlossen werden, rät Weide. Und: „Natürlich die Feuerwehr alarmieren.“
Auch hier stimmt er mit Horst Kuhl, der übrigens ebenfalls der Feuerwehr angehört, überein. Er hat sowohl als Schornsteinfegermeister als auch als Feuerwehrmann immer wieder mit den Kaminbränden zu tun. Aus dieser Erfahrung heraus weiß er, wo meistens die Ursache für die sich derzeit häufenden Brände zu suchen ist: Falsche Handhabung, zu lange Brandzeiten und zu seltene Säuberung sind die Hauptursachen. Bei Kaminen, wie sie heute in den Wohnungen häufig installiert sind, handelt es sich um eine Zusatzheizung, die nur gelegentlich in Betrieb sein sollte. „Das vergessen viele Besitzer und versuchen damit zu heizen, um Gas oder Öl zu sparen“, weiß Kuhl aus Erfahrung. Dann werden auch schon mal Dinge durch die Feuerstelle gejagt, die dort nichts zu suchen haben. „Manche Hauseigentümer glauben, dass es sich beim Kamin um eine Müllverbrennungsanlage handelt“, so Kuhl. „99 Prozent aller Kaminbrände sind auf falschen Betrieb der Brandstätten zurückzuführen“, betont der Fachmann.
► Der Schornsteinfeger gibt daher den Verbrauchern einige Tipps mit auf den Weg durch den Winter: Die Herstellerangaben des Ofens oder des Kamins sorgfältig lesen und sie befolgen, die Benutzungsdauer dem Kamin anpassen, den Ofen oder Kamin regelmäßig zu pflegen und nur geeignetes Brandmaterial verwenden.
