Jazz und Dixieland im Ricordo präsentiert
Di., 07.02.2012
Tolle Töne aus dem Hinterhaus
Ob an der Trompete, dem Saxofon oder der Klarinette – alle Bandmitglieder präsentierten sich beim Konzert im Ricordo als wahre Virtuosen ihres Fachs.
Lüdinghausen -
Swing und Dixieland präsentierte die „Hinterhaus Jazzband“, die jetzt zu Gast im Ricordo war.
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Draußen zehn Grad minus – drinnen reichlich warm, denn dort powerte am Freitagabend die „Hinterhaus Jazzband“. Swing und Dixieland „quer Beet“ hatte die Formation vom Möhnesee mit abendfüllendem Programm in Lüdinghausens geselliger „Stube“ – dem Ricordo – auf dem langen Programmzettel. Bereits Tradition hat dort der „Carnival of Jazz“, der in diesem Jahr mit der sieben Mann starken Gruppe eine Fortsetzung fand, die es in sich hatte.
Die Besetzung besteht aus Helmut Reimer (Trompete/Gesang/Mundharmonika), Jörg Drewing (Posaune/Alphorn), Michael Winkelmann (Klavier/Gesang), Rainer Claus (Schlagzeug), Christof Winkelmann (Bass), Arno Fluder (Klarinette/Gesang) und Adi Nobis (Tenorsaxofon), der als „Verstärkung“ noch dazu gekommen und ein echter Gewinn war.
Gespielt wurden bekannte Stücke ab den 20er Jahren und unbekümmerte Variationen bis zu den 60ern, die bei den zahlreichen Zuhörern sehr gut ankamen, so dass die quirlige Combo immer wieder mit reichlich Zwischenapplaus belohnt wurde. Besonders bei herausragenden Soli-Leistungen der einzelnen Mitglieder gab es beim Publikum kein Halten mehr. In ständig wechselnden Bläser-Gruppierungen wurde ein Solo-Instrument „ausgeguckt“, so dass es immer drei zu eins stand: Jeder bei der „Hinterhaus-Jazzband“ durfte sein Können beweisen – hier war nicht „Nomen est Omen“ – zu verstecken brauchte sich bei dieser Band niemand. Besondere Highlights waren die frühe (1929) Swing-Komposition mit 32 Takten und der AABA-Form „Ain’t misbehavin‘“ (Fats Waller), „When You’re Smiling“ (Louis Armstrong-Hit 1929) und „Bel ami“ (Hans Fritz Beckmann/Theo Mackeben 1939) mit toller rauchiger Stimme von Michael Winkelmann interpretiert sowie die absolut professionelle Darbietung des berühmten Titels „Petite Fleur“ mit Arno Fluder an der Klarinette – einfach klasse. Petite fleur wurde 1952 von Sidney Bechet komponiert, ist aber erst durch „Chris Barber‘s Jazz Band“ weltbekannt geworden.
Eine Überraschung lieferte noch Jörg Drewing, hierzulande bekannt als Lehrer an der Musikschule Ascheberg, wo er Posaune und Trompete lehrt. Er kann aber noch mehr, nämlich das Alphorn blasen, wozu allerdings auf der Bühne erst mal Platz geschaffen werden musste: Drei Stücke spielte er auf diesem, für Jazz eher ungewöhnlichen Instrument.
Genauso viele Zugaben mussten übrigens die sieben Klassemusiker wegen des üppigen Beifalls noch „ableisten“, bevor es nach unermüdlich harter, aber freudiger Arbeit wieder in Richtung Soest gehen konnte – mal wieder ein gelungener Abend im Ricordo.
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