Steverforum widmet sich dem Schreikind

Do., 09.02.2012

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Wenn auch der Staubsauger nicht hilft

Steverforum widmet sich dem Schreikind : Wenn auch der Staubsauger nicht hilft

Die Kinderärzte Werner Braun und Thomas Menke (kleines Foto) sowie Angelika Gründken von der Familienbildungsstätte (r.) und Psychotherapeutin Susanne Burow bestreiten die Steverforums-Veranstaltung unter dem Titel „Der Urschrei – Hilfestellungen für Schreikinder und deren Eltern“ am 15. Februar. Foto: wer

Lüdinghausen - 

„Alle Säuglinge schreien – gelegentlich“, gibt Privatdozent Dr. Thomas Menke erst einmal Entwarnung. Doch es gibt auch Babys, die stundenlang schreien. Und das „ohne erklärbare Ursache“, so der Mediziner an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln. Diesem Phänomen will er mit dem Lüdinghauser Kinderarzt Dr. Werner Braun sowie der Psychotherapeutin Susanne Burow und Angelika Gründken von der Familienbildungsstätte Lüdinghausen, Fachwirtin für Erziehungswesen, im Rahmen des Steverforums am Mittwoch (15. Februar) in den Räumen der Fbs (Mühlenstraße 29) auf den Grund gehen.


So lautet denn auch der Titel des Abends „Der Urschrei – Hilfestellungen für Schreikinder und deren Eltern“. Moderiert wird die Veranstaltung, die den Auftakt zur Reihe Steverforum in diesem Jahr bildet, von Eva Voß. Präsentiert wird die Reihe von den Westfälischen Nachrichten. Die Veranstaltung beginnt familienfreundlich um 20 Uhr – ganz im Gegensatz zu den üblichen Startzeiten des Steverforums, die sonst um 17 Uhr liegen.

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„Das beginnt, als ob jemand einen Schalter umlegt“, beschreibt Werner Braun den Start der Schreikind-Phase, die etwa ab der vierten Lebenswoche auftritt. Eine Ursache der Schreiattacken könnte die sogenannte Dreimonatskolik sein. Die sind allerdings bis zum vierten Lebensmonat erledigt, so Thomas Menke. Anders das Schreikind: Es kommt nicht zur Ruhe, findet keinen Schlaf, keinen Tag-Nacht-Rhythmus, kann Umweltreize nicht verarbeiten. „Da bleibt nur das Schreien als Mitteilungsmöglichkeit für das Unwohlsein“, sagt Werner Braun.

Nicht selten völlig entnervt sind Eltern, wenn das Schreien einfach nicht aufhört – und nach einem Besuch beim Kinderarzt alle organischen Ursachen ausscheiden. Die Kinder schreien drei bis vier Stunden am Tag und lassen sich durch nichts beruhigen.

Und da – so die Erfahrung der Mediziner – gebe es die kuriosesten Versuche. Die Säuglinge werden stundenlang getragen, gewiegt spazieren gefahren – im Kinderwagen oder sogar im Auto. Mal wird der Staubsauger oder der Föhn angestellt, mal läuft Musik, mal der Fernseher. Alles ohne Erfolg.

Die Folge: Die Eltern machen sich gegenseitig Vorwürfe, haben Schuldgefühle. Vor allem die Mutter-Kind-Beziehung könne leiden, weiß Angelika Gründken. Die Suche nach Ursachen der Schreiattacken sei sehr aufwendig und erfordere viele und lange Gespräche. Hilfe gebe es unter anderem in sogenannten Schreiambulanzen, die es in der Umgebung unter anderem an der Kinderklinik in Datteln, in Coesfeld und auch Dortmund gibt.

Die Referenten des Steverforums wollen entnervten und ratlosen Eltern Mut machen, Erklärungsversuche liefern und sie beruhigen.


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