Töne gegen Stress
Mi., 22.02.2012
Labsal für gestresste Seelen
Spielte in der Kirche an der Burg: Thomas Loefke.
Lüdinghausen -
Eine derart überfüllte Kirche wünschen sich die Geistlichen beim Gottesdienst. Doch die vielen Besucher, die in die Kirche an der Burg gekommen waren, wollten nicht Gottesdienst feiern, sondern den Harfenisten Thomas Loefke hören.
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Eine derart überfüllte Kirche wünschen sich die Geistlichen sonntags beim Gottesdienst. Doch die vielen Besucher, die – indes am Samstagabend – in die Kirche an der Burg gekommen waren, wollten nicht Gottesdienst feiern, sondern den Harfenisten Thomas Loefke (54) hören. Der machte für ein Solokonzert mit Lichtbildern Station in Lüdinghausen.
Als bereits alle Plätze, auch auf der Empore, besetzt waren, wurde ein Zusatzkonzert spontan für 21.30 Uhr angekündigt. Loefke war bereits früher musikalischer Gast im „Ricordo“, wo auch in diesem Jahr wieder ein Auftritt geplant ist.
Ein Projektor wirft wundervolle Fotos von keltischen Inseln, seltenen Vögeln, finsteren Höhlen und einem besonderen Delfin auf die Leinwand – jeweils zur Musik passend und erläutert vom Musiker Thomas Loefke, der sich auf die keltische Harfe spezialisiert hat. Als Vorgängerin der Konzertharfe gehört sie zu den ältesten Instrumenten der Welt und hat in der Musiktradition von Irland, Schottland und Wales ihren festen Platz. Die Harfe findet sich daher auf den irischen Münzen wieder, sowohl auf den alten Punt- als auch auf den Euro-Münzen.
Mit mystischen Schwebeklängen wie aus einer fernen Welt entführt Loefke die Besucher mit „Mrs. McDermitt“ am Anfang aus dem trüben Alltag in eine zauberhafte Welt, wo Meereswasser sich schäumend an den steilen Felsen bricht. Doch eher zart – wie Wassertropfen auf den Blättern von Pflanzen – schweben die Klänge der Harfe von Thomas Loefke durch den Raum und begeistern die Zuhörer.
Loefkes Spezialgebiet scheint das Ausloten des gesamten Gefühlsspektrums von abgeklärter Melancholie bis hin zu ansteckender Lebensfreude zu sein. Hinter fast jedem Liedtext steckt ein Stück eigener Lebenserfahrung, denn er hat bereits mit 17 Jahren angefangen, sich für das Harfenspiel zu interessieren. Heutzutage zieht es ihn mindestens einmal jährlich zum Komponieren in seine zweite Heimat, es ist die Inselwelt im Nordatlantik: „Einer der schönsten Orte, die ich kenne ist Tory-Island“, schwärmt Thomas Loefke von der irischen Insel der Lieder und Legenden.
Aber auch das wilde Archipel der Färöer-Inseln hat es ihm angetan. Seine gesprochenen Einleitungen, mal informativ – mal amüsant, versetzen die Gäste in Verbindung mit seinen Kompositionen als auch mit seinem exzellenten Harfenspiel in die keltische Inselwelt der schroffen Felsen mit tosender Brandung, aber auch in hügelige Landschaften mit grünen Wiesen und Unmengen von Vögeln. Seine herb-romantischen Fotos und die Klangbilder seiner keltischen Harfe verschmelzen zu einer gefühlsstarken Einheit, einem Labsal für gestresste Seelen. Ein wunderschöner Abend, der alle Sorgen vergessen ließ und Sehnsucht nach heiler Welt entfachte. Am 9. März kann man Thomas Loefke noch einmal in Drensteinfurt erleben.