Feuerwehrübung
Kurzschluss im Sammelbehälter löst Feuer aus

Lüdinghausen -

Die Lebensdauer von Altbatterien sollte man nicht unterschätzen. Das weiß die Feuerwehr aus eigener Erfahrung, und führte daher eine Übung bei der Firma Seiling an der Werkstraße durch.

Mittwoch, 25.07.2012, 15:07 Uhr

Feuerwehrübung : Kurzschluss im Sammelbehälter löst Feuer aus
Die Bergung der „Vermissten“ war erstes Ziel der Feuerwehrübung. Danach wurde die Halle von der Drehleiter aus gekühlt. Foto: mib

„Batterien leben länger als man denkt“, sagte Michael Seiling , Chef der STK Transport & Logistik an der Werkstraße, als die beiden Löschzüge der Feuerwehr Lüdinghausen seinen Betrieb für eine Übung am Montag nutzten. Vor allem den Feuerwehrkameraden ist der schwere Unfall auf der B 58 aus dem Vorjahr noch in guter Erinnerung, als ein Fass mit Altbatterien in einem Kleintransporter explodierte. Dabei flog nicht nur die Beifahrertür mehrere Meter weit. Die Hitzeentwicklung war so stark, dass das Fahrzeug völlig ausbrannte und die Teerdecke der Straße schmolz. Und von diesen Batteriefässern, die Seiling über sein zertifiziertes Unternehmen in ganz Nordrhein-Westfalen sammelt, lagern unzählige auf Paletten in seiner Halle. Von dort werden sie mehrmals wöchentlich mit einem 40-Tonner zu einer Spezialfirma nach Bremerhaven gebracht, wo sie sortiert werden.

Übungsidee war, dass es in einem der Fässer, die über spezielle Deckel verfügen, damit Gase entweichen können, zu einem Kurzschluss kam und dieses in Brand setzte. Die Lagerhalle war stark verqualmt. Drei Personen, die sich in der Halle aufhielten, wurden vermisst. Einsatzleiter Engelbert Röckmann ließ sich nach dem Eintreffen sofort vom Firmenchef die Datenblätter über die gelagerten Gefahrstoffe zeigen und setzte danach die Feuerwehrkräfte ein. Wasser wäre im Ernstfall nicht zum Einsatz gekommen, sondern nur ein Schaumangriff. Über die Drehleiter wurde das Dach der Halle gekühlt, zudem die Gullys auf dem Betriebsgelände gegen das kontaminierte Löschwasser abgedichtet. Die Verletzten wurden schnell geborgen und dem Löschzug Seppenrade übergeben.

Löschzugführer Klaus Hesselmann lobte zum Abschluss der Übung, die auf Anregung der Bezirksregierung wegen der gelagerten Gefahrstoffe und durch private Kontakte von Michael Seiling zu einigen Feuerwehrkameraden zustande kam, die ruhige und sachliche Arbeit der rund 60 Einsatzkräfte.

Wie wichtig diese Übungen sind zeigt die Tatsache, dass viele der Feuerwehrleute nicht einmal wussten, dass es die Firma auf der Werkstraße überhaupt gibt. Der Firmenchef stellte allen Übungsteilnehmern sein Unternehmen nach der kurzen Manöverkritik bei einer kleinen Erfrischung näher vor.

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