Zweite Stelle für die Wehr
Klare Worte in Richtung Stadtrat

Lüdinghausen -

Nicht mit Kritik sparte die Wehrführung der Freiwilligen Feuerwehr Lüdinghausen: Im Rahmen der Generalversammlung forderten Wehrführer Günter Weide und seine Stellvertreter den Stadtrat auf, eine zweite hauptamtliche Stelle zu genehmigen.

Sonntag, 23.03.2014, 21:03 Uhr

Klare Worte an die anwesenden Ratsvertreter richtete die Wehrführung der Feuerwehr auf der Generalversammlung im Heimathaus am Freitagabend. Und diese Worte verfehlten ihre Wirkung nicht, wie den Grußreden der Politiker am Ende der Versammlung zu entnehmen war.

Wehrführer Günter Weide hieß in seiner Begrüßung Bürgermeister Richard Borgmann, Andre Hülsheger vom Ordnungsamt, Kreisbrandmeister Donald Niehues , die Vertreter der Parteien im Stadtrat , die Jugendfeuerwehr, die Ehrenabteilungen und alle Kameraden willkommen. Nach dem Gedenken an die verstorbenen Kameraden Heinrich Dieninghoff und Franz-Josef Frye hielt Weide der Politik in der Stadt den Spiegel vor. „Wissen Sie, wie viele aus der Feuerwehr tagsüber zur Verfügung stehen? Wir müssen daran arbeiten, den Personalstand zu erhöhen und Werbung in Firmen machen, damit deren Mitarbeiter in der Feuerwehr für Einsätze freigestellt werden. Auch die Stadt soll Personen, die der Feuerwehr angehören, bevorzugt einstellen. Wenn das nicht geschieht, werden wir in ein paar Jahren hauptamtliches Personal einstellen müssen“, zeigte Weide die finanziellen Konsequenzen für die Stadt auf.

2013 war die Wehr 258 Mal im Einsatz. „Unser Nachwuchs kommt aus der Jugendfeuerwehr. Um die Arbeit der Jugendwarte zu unterstützen, sollten diese in den Klassen 6 und 7 in den Schulen vorgestellt werden. Spezielle Informationstage für Frauen sind ebenso anzubieten. Die ehrenamtliche Arbeit in vielen Vereinen und Gruppen wird von hauptamtlichen Mitarbeitern unterstützt. Wir können nur dann alle Einsätze abarbeiten, wenn die Politik uns hilft“, machte Weide drastisch auf die Situation der Wehr aufmerksam. Da die Freizeit durch viele andere Tätigkeiten neben den Einsätzen, beispielsweise Wartungsarbeiten, begrenzt sei, sollte eine zweite hauptamtliche Stelle eingerichtet werden, warb Weide um Unterstützung.

Dem schloss sich sein Stellvertreter Klaus Hesselmann im Bericht über den Löschzug Lüdinghausen an. „Die Einsätze sind 2013 um 40 Prozent gestiegen, vor allem die der Verkehrsunfälle. Leider hat sich keiner der Politiker nach schweren Einsätzen mit Toten und Schwerverletzten mal in der Wache sehen lassen, um sich nach dem Befinden der Kameraden zu erkundigen,um sie moralisch zu unterstützen“, bemängelte Hesselmann. Frank Becker vom Löschzug Seppenrade hob die gute Zusammenarbeit der beiden Löschzüge hervor. Über die Aktivitäten der Jugendfeuerwehr informierte Lukas Stimberg, über die der Ehrenabteilungen Peter Höldtke und Werner Becker.

Im Anschluss an die Beförderungen und Ehrungen dankte Donald Niehues der Wehr für ihre geleistete Arbeit. Leider gebe es immer noch Nörgler, denen man nichts recht machen könne. „Mir haben die deutlichen Worte der Wehrführung gefallen und hoffe, dass die Politik nun Taten folgen lässt“, so Niehues.

Bernhard Möllmann (CDU), Artur Friedenstab (SPD), Peter Mönning (Gründe), Markus Kehl (UWG) und Günter Reismann (FDP) dankten für das große ehrenamtliche Engagement der Wehr zur Sicherheit der Bevölkerung und wünschten eine gesunde Rückkehr von den Einsätzen. Alle zeigten sich nachdenklich über die Berichte und versprachen Unterstützung bei der Einstellung einer zweiten hauptamtlichen Kraft.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2343063?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F163%2F2578078%2F2578086%2F
Tierschützerin muss Steuer für „Pflegehund″ zahlen
Muss auch jemand Hundesteuer zahlen, der ein Tier zur Pflege aufgenommen hat? Ja, sagt das Oberverwaltungsgericht Münster.
Nachrichten-Ticker