Dennis Zittlau:
„Gehen am Rollator – das wäre was“

Lüdinghausen -

„Reset – Zurück ins Leben“ So lautet der Titel der Langzeit-Doku, die der Fernsehsender RTL über den Lüdinghauser Querschnittsgelähmten Dennis Zittlau drehte. Die mehrteilige Sendereihe wird am kommenden Sonntag mit dem Schicksal des 30-jährigen Lüdinghausers gestartet.

Mittwoch, 21.05.2014, 12:05 Uhr

Dennis quält sich. Wenn er sitzend die Hantel mit gestreckten Armen hält, schießt ihm das Blut in den Kopf. Bis Ende vergangenen Jahres hantierte er bis zu sechs Stunden am Tag mit den Gewichten. Jetzt wurde das tägliche Training etwas reduziert. „Ich will wieder laufen“, hat sich der 30-Jährige, der nach einem Unfall vor zehn Jahren querschnittsgelähmt ist, geschworen. Er hat noch einen langen Weg vor sich. Begleitet wurde er in den vergangenen zehn Monaten von Markus Holubek und dem Fernsehsender RTL . Der Sender drehte über Zittlau einen Beitrag zur Langzeit-Doku „Reset – Zurück ins Leben“. Am Sonntag wird die Auftaktfolge um 19.05 Uhr ausgestrahlt

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Tombola für Dennis

Die Hilfsbereitschaft war groß: Beim Frühlingsfest vor einem Jahr sorgten die Lüdinghauser dafür, dass durch den Losverkauf einer Tombola so viel Geld zusammenkam, dass Dennis Zittlau in der Schweiz operiert wurde. Fast auf den Tag ist es ein Jahr her, dass ihm eine Art Herzschrittmacher implantiert wurde, der die Muskeln und Nerven wieder „motivieren“ soll. Aber die Elektronik alleine macht Dennis nicht mobil. Noch wichtiger ist die Zusammenarbeit mit Markus Holubek. Der Journalist und Trainer ist selber querschnittsgelähmt. Er hat sich seine Mobilität wieder antrainiert. Seit zehn Monaten kümmert er sich auch um den Lüdinghauser, der vielen auch als Musiker unter dem Namen „Sittin‘ Bull“ bekannt ist. Ursprünglich hatte Holubek ein Training mit Zittlau abgelehnt.

Während beim Trainer die Nervenstränge nur zu 95 Prozent durchtrennt sind, gilt Zittlau als komplett querschnittsgelähmt. „Ich bin im Vergleich zu Dennis ein Hobby-Querschnittsgelähmter“, so Holubek. Dass sich der Trainer trotzdem mit dem „hoffnungslosen Fall“ befasst, hängt mit dessen eisernem Willen zusammen. „Ich glaube an meine Ziele“, versichert Zittlau, der sich selber auch als unbändigen Optimisten sieht. Er lässt den Kopf nicht hängen und ist angesichts seines Schicksals nicht deprimiert: „Es gibt immer noch Menschen, denen es viel schlechter geht.“

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Perspektive für die Zukunft

„Dennis steht auf – Lüdinghausen hilft“, lautete vor gut einem Jahr das Motto der Spendenaktion, durch die die Operation in der Schweiz finanziert wurde. Noch sitzt der 30-Jährige im Rollstuhl. Aber die Perspektive ist da. „Im nächsten Jahr selbstständige Schritte am Rollator. Das wäre schon gut“, so Holubek im WN-Gespräch. Voraussetzung ist jedoch, dass Zittlau weiter eisern trainiert. Ohnehin ist das Trainingskonzept auf Langzeit programmiert: „Dennis hat mich lebenslang als seinen Partner an der Seite“, so Holubek.

Dass ihm der Erfolg und die Mobilität nicht von heute auf morgen in den Schoß fallen, ist dem 30-jährigen Lüdinghauser bewusst. Er freut sich über kleine Erfolge. Der implantierte Schrittmacher bewirkt eine Stärkung der Muskeln und motiviert die Nerven. „Wenn der Strom fließt, schießt das Bein hoch“, erläutert er die Wirkung der Elektronik. „Ohne den Schrittmacher wäre nichts möglich gewesen“, ist sich Holubek sicher. Letztlich ist der Erfolg der „Therapie“ jedoch nur mit eisernem Willen möglich. Dennis Zittlau bedankt sich aber auch bei seinem privaten und beruflichen Umfeld für die Unterstützung bei seinem persönlichen Weg „zurück ins Leben“. Wobei er sich immer als „voll im Leben stehend“ sieht. Trotz des Handicaps.

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