Mo., 21.09.2015

Unterkunft wird für Flüchtlinge hergerichtet: Hoffentlich auf alles vorbereitet

Drei Zelte bauten Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr auf. Wofür sie genutzt werden, wird situationsabhängig entschieden.

Drei Zelte bauten Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr auf. Wofür sie genutzt werden, wird situationsabhängig entschieden. Foto: west

Seppenrade - 

Improvisationstalent mussten gestern die Mitarbeiter der Stadt unter Beweis stellen, als die ehemalige Fernmeldeeinrichtung der Bundeswehr für die Unterbringung von bis zu 150 Flüchtlingen hergerichtet wurde. Zum Glück wurde aus dem ursprünglich angekündigten Ankunftstermin um 18 Uhr nichts.

Von Werner Storksberger

Improvisation ist das Gegenteil von Routine. Was sich derzeit in der Übergangsunterkunft in der Dorfbauerschaft in Seppenrade abspielt, ist alles andere als Routine. Viertelstündlich ändert sich dort für Matthias Kortendieck , designierter Beigeordneter der Stadt, und Berthold Hölscher , Fachbereichsleiter Soziales, die Situation. Unterdessen gaben sich gestern in der ehemaligen Fernmeldeeinrichtung der Bundeswehr die Helfer, Organisatoren und Handwerker die Klinke in die Hand. Die Zeit drängte, denn ursprünglich sollten die ersten Flüchtlinge bereits um 18 Uhr am Montagabend eintreffen. Daraus wurde dann zum Glück nichts. . . „Aber wir richten alles her. Wenn die Flüchtlinge dann kommen, sind wir gerüstet“, so Kortendieck.

„Ohne Feuerwehr und unseren Bauhof würde nichts laufen“, brachte Kortendieck die Situation gestern auf den Punkt. Die Wehr war den ganzen Tag über im Einsatz. So baute die Jugendfeuerwehr unter dem überdimensionalen Carport der ehemaligen Bundeswehreinrichtung Zelte auf. Ob sie als Quarantänebereich oder Unterstellmöglichkeit für den Sicherheitsdienst genutzt werden, wusste noch niemand. „Wir richten uns auf alle möglichen Varianten ein“, so Kortendieck.

Das galt auch für die Wasserversorgung. Erst am Freitag war die seit Jahren stillgelegte Wasserleitung wieder in Betrieb genommen worden. Gestern gab es dann auch vom Gesundheitsamt grünes Licht: „Das Wasserleitungen sind keimfrei“, so Kortendieck. Mit Gelsenwasser hatte man aber auch schon einen anderen Plan in der Schublade, falls die Rohrleitungen nicht „sauber“ gewesen wären.

Die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes aus Kamen machten sich gestern ebenfalls mit der Örtlichkeit vertraut. Rund um die Uhr werden die Mitarbeiter von „Freestage“ vor Ort präsent sein.

Mit einer besonderen Herausforderung sahen sich gestern die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr konfrontiert. 150 Betten waren angeliefert oder mit dem eigenen Feuerwehrfahrzeug sogar noch von Bocholt geholt worden – verpackt nach Ikea-Manier in handlichen Kartons zum Selberbauen.

Dass das Fernmeldegebäude nach der Stilllegung nicht nur vom Wasser- sondern auch vom Stromnetz „abgenabelt“ worden war, machte die Reaktivierung nicht einfacher. So wird der Strom zunächst einmal von einen Generator eingespeist. In den kommenden Tagen soll ein neuer Trafo installiert und der Anschluss ans Netz hergestellt werden. Ebenfalls in den nächsten Tagen sollen noch Büro- und Sanitärcontainer angeliefert werden.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

Mehr zum Thema

immomarkt.ms Anzeigen

Wohnungen, Häuser, Grundstücke und gewerbliche Immobilien aus Ihrer Region

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3524435?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F163%2F