Sa., 27.02.2016

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen drei Jäger Schüsse auf Enten haben ein Nachspiel

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen drei Jäger : Schüsse auf Enten haben ein Nachspiel

Foto: Colourbox.de

Lüdinghausen - 

Die Schüsse auf Enten an der Stever, die drei Jäger im Dezember 2014 abfeuerten und damit auch zwei Spaziergängerinnen in Angst und Schrecken versetzten, könnten schwerwiegende Folgen haben: Die Staatsanwaltschaft prüft, ob die drei Jäger sich der Wilderei schuldig gemacht haben.

Von Werner Storksberger

Ein Wort der Entschuldigung hätte im Dezember 2014 schon genügt, um vielen Problemen aus dem Wege zu gehen. Da die drei Jäger, die am betreffenden Nachmittag scheinbar nicht über ihren Schatten springen konnten, und sich für die „verirrten“ Schrotkugeln bei zwei Spaziergängerinnen nicht entschuldigen wollten, müssen sie jetzt mit Konsequenzen rechnen: Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Jagdwilderei und Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Der Zwischenfall ereignete sich an der Stever, in der Nähe des Gehöfts Jacobskötter. Die Spaziergängerinnen wurden in Angst und Schrecken versetzt, als es in unmittelbarer Nähe laut knallte und dann auch noch Schrotkugeln einschlugen. „Wir hatten richtig Angst“, versicherte eine der Spaziergängerinnen auch mehr als ein Jahr nach den Vorfällen im WN-Gespräch. Sie hatte damals allerdings ihre Angst überwunden und das jagende Trio zur Rede gestellt. Statt sich für den Vorfall bei der Entenjagd zu entschuldigen, hätten sich die Jäger allerdings ziemlich uneinsichtig und barsch verhalten.

Jetzt müssen sie mit den Konsequenzen rechnen, denn der Ehemann der Spaziergängerin ist Jurist und der wollte den Vorfall nicht im Sande verlaufen lassen. Er stellte Strafanzeige. Und die zog weite Kreise. Nachdem die Staatsanwaltschaft in Münster das Verfahren eingestellt hatte, legte der Jurist gegen diese Entscheidung Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft in Hamm ein. Und die beurteilte die Sachlage etwas anders als die Kollegen in Münster. „Durfte im betreffenden Gebiet überhaupt gejagt werden?“ Diese Frage, so versicherte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Hamm gestern gegenüber den WN, sollte die Staatsanwaltschaft in Münster nämlich doch einmal grundlegend klären.

In der Verfügung der Staatsanwaltschaft werden eine Reihe weiterer Fragen aufgeworfen, die von den Ermittlungsbehörden – beispielsweise der Polizei in Coesfeld und der unteren Jagdbehörde – zu klären sind. Beispielsweise die Frage, welche Enten überhaupt gejagt wurden und welche Schonzeiten für diese Tiere gelten. Da nicht klar ist, ob der „Tatort“ überhaupt zu einem Jagdbezirk gehört, könnten sich die drei Jäger auch der Jagdwilderei strafbar gemacht haben, falls die Schüsse außerhalb eines Reviers fielen. Die Frage nach dem Revier hat noch eine weitere wichtige Bedeutung: Falls außerhalb eines Revieres geschossen wurde, könnten die Jäger gegen das Waffengesetz verstoßen haben. Bei einem Schützen ist laut Anordnung ohnehin fraglich, ob dessen Jagdschein (noch) gültig war, so die Staatsanwaltschaft.

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