Di., 05.01.2016

Lara und Reece wollen wiederkommen Typisch deutsch: Spätzle und Radeln

Zwei Austauschschüler und ihre Erfahrungen in Deutschland: der Australier Reece und die Brasilianerin Lara.

Zwei Austauschschüler und ihre Erfahrungen in Deutschland: der Australier Reece und die Brasilianerin Lara. Foto: juze

Lüdinghausen - 

Die Brasilianerin Lara Koentopp-Plinta und der Australier Reece Burke haben ein Jahr als Austauschschüler ein Jahr in Lüdinghausen verbracht. Es hat ihnen gefallen. Und sie wollen wiederkommen – zum Studium in Deutschland.

Von Jule Zentek

„Es ist schön hier“, lautet die Antwort von Lara Koentopp-Plinta und Reece Burke auf die typische Frage an Austauschschüler, wie ihnen Deutschland und vor allem Lüdinghausen während ihres einjährigen Aufenthaltes gefallen hat. Doch am Anfang war es nicht leicht für Lara Antcheska aus Brasilien und den Australier Reece, als sie im Januar 2015 nach Deutschland kamen. Denn ohne Kenntnisse der deutschen Sprache fiel zunächst die Verständigung im Alltag schwer.

„Die Sprache ist schwer, aber cool“, findet der 18-jährige Reece, der aus einer Stadt in der Nähe von Brisbane im Bundesstaat Queensland kommt. „Ich habe am Anfang nichts verstanden“, erinnert sich Lara und gibt offen zu, dass vor allem Biologie auf Deutsch eine große Herausforderung war. Durch einen speziellen Stundenplan, nahm sie in der Schule am Deutschunterricht der jüngeren Jahrgänge teil.

Aus dem brasilianischen Schulalltag nicht gewohnt war Lara die Begrüßungsform der Schüler für die Lehrkräfte. „In Brasilien sagt man ,Hallo‘ und das reicht. Hier steht man auf und begrüßt den Lehrer gemeinsam mit der ganzen Klasse“, erklärt die 17-Jährige, die während ihres Aufenthaltes zum Canisianum ging. Da in Brasilien das Schuljahr im Januar beginnt und nicht wie in Deutschland im Sommer, besuchte Lara in der ersten Jahreshälfte die zehnte Klasse und danach die Q1.

Ähnlich war es bei Reece, für den das australische Schuljahr ebenfalls immer im Januar begonnen hatte. Nach seinem Schulabschluss entschied er sich für ein Auslandsjahr, da noch nicht sicher war, wie es für ihn weitergehen sollte. In Lüdinghausen besuchte Reece zunächst die Q1 und schließlich die Q2 am St.-Antonius-Gymnasium, wo sich die berühmt-berüchtigte deutsche Pünktlichkeit im Schulalltag als etwas Neues für ihn herausstellte: „In Australien kann man eine halbe Stunde später zum Unterricht kommen, das ist nicht schlimm.“ Aus der Heimat gewohnt sind die beiden zudem Schuluniformen. „Ich finde Uniformen besser, es gibt weniger Diskriminierung“, findet Lara und erntet Zustimmung bei Reece. „Less thinking in the morning“, erklärt der 18-Jährige schmunzelnd seine ganz persönlichen Vorteile einer Schuluniform.

Auch in der deutschen Lebensweise haben die beiden Teenager allerhand Vorteile gefunden. Für die Brasilianerin ist die Erfahrung, alleine mit Rad und Bus fahren zu können, ein tolles Erlebnis, denn in Brasilien wäre das viel zu gefährlich. „Außerdem gibt es hier keine Mauern um die Häuser, das ist schön“, macht Lara auf weitere Unterschiede aufmerksam. Was für die Einwohner von Lüdinghausen selbstverständlich ist, genossen Reece und Lara ganz besonders während ihres Austauschjahres: „Hier ist alles so nah beieinander“, betonten die beiden.

Vermisst haben Reece und Lara, die aus der 500 000-Einwoher-Stadt Joinville im südbrasilianischen Bundesstaat Santa Catarina stammt, so manche Dinge aus der Heimat. Für Lara war das deutsche Essen mit viel Brot, Kartoffeln und der geringen Auswahl an Obstsorten gewöhnungsbedürftig. „Ich freue mich schon auf das brasilianische Essen“, erklärt Lara, bei der Reis, Bohnen und diverse Obstsorten zum Alltag gehören.

Während ihrer Deutschland-Tour, die wie eine Europa-Tour von der Austauschorganisation der Rotarier ausgerichtet wurde, fanden Lara und Reece großen Gefallen am bayrischen Essen. Ebenso wie Knödel und Spätzle sind für Lara das Radfahren und der Handschlag zur Begrüßung „typisch deutsch“. Vermisst hat Reece vor allem den Strand und die Wärme. In wenigen Tagen geht es für die beiden Austauschschüler wieder zurück in ihre Heimat. Bis dahin werden sie die letzten Tage bei Familie von Dr. Claudia Schmidt und Martin Bußkamp verbringen. „Am Anfang war die ganze Küche voll mit Post-its“, erinnert sich Claudia Schmidt an die ersten Wochen, in denen der Begriff eines jeden Gegenstandes auf einem Zettel festgehalten wurde. Während die Tochter von Claudia Schmidt und Martin Bußkamp sich zur Zeit mit der Organisation der Rotarier in Ecuador aufhält, hat die Familie in einer Art „Kreislauf“ die Austauschschüler gewechselt.

So lebten Lara und Reece die ersten Monate in anderen Familien aus Lüdinghausen und Ascheberg, ganz wie es das Konzept des Austausches fordert. Eins ist für die beiden Heimkehrer bereits vor ihrer Rückreise sicher: „Wir wollen wiederkommen zum Studieren.“

Leserkommentare

Wie bewerten Sie diesen Artikel?

Vielen Dank für Ihre Bewertung.

Nur eine Abstimmung möglich!

Ihre Bewertung wurde geändert.

  • Derzeit 0 von 5 Sternen.
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Bewertung: 0/5

1 Stern = überhaupt nicht gut; 5 Sterne = hervorragend

Google-Anzeigen

karriere.ms Anzeigen

Ihr Jobportal für unbefristete und befristete Stellenangebote aus dem Münsterland

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3719088?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F163%2F