Fr., 15.01.2016

Der Millionen-Jongleur Kämmerer Werner Tuschmann hantiert beim städtischen Haushalt mit den ganz großen Zahlen

Einmal im Jahr der große Auftritt: Kämmerer Werner Tuschmann – Meister der Zahlen – bastelt am städtischen Haushalt. Das Budgetbuch für das Jahr 2016 ist dann sein letzter Auftritt.

Einmal im Jahr der große Auftritt: Kämmerer Werner Tuschmann – Meister der Zahlen – bastelt am städtischen Haushalt. Das Budgetbuch für das Jahr 2016 ist dann sein letzter Auftritt. Foto: Heinrich Schwarze-Blanke

Lüdinghausen - 

Werner Tuschmann hat einen Blick auf die großen Zahlen. Der Kämmerer der Stadt Lüdinghausen hat gut ein Dutzend Haushalte auf den Weg gebracht. Das Budgetbuch 2016 ist sein letztes. Den WN erzählte er, wie das Zahlenwerk entsteht.

Von Peter Werth

Das Ziel ist klar gesteckt. „Wir müssen einen ausgeglichenen Haushalt hinbekommen“, sagt Werner Tuschmann. Und dafür legen sich der städtische Kämmerer und sein Team seit Wochen mächtig ins Zeug. Ohne Überstunden geht das nicht ab. Für Tuschmann, der seit seiner Ausbildung in der städtischen Verwaltung im Jahr 1971 tätig ist, wird dies der letzte Haushalt sein, den er verantwortet. Zum Jahresende ist Schluss – nach 45 Jahren Arbeit bei der Stadt Lüdinghausen. Inzwischen hat er ein gutes Dutzend städtische Budgets auf den Weg gebracht. Wie viele es genau sind, vermag der 62-Jährige nicht zu sagen.

Der Startschuss für die Haushaltsplanung fällt schon im August. Dann fragt die Kämmerei die verschiedenen Fachbereiche ab über Investitionen und Aufwendungen, die anstehen. „Das läuft noch relativ formlos“, erläutert Tuschmann den Ablauf. Dem ersten Arbeitsentwurf gehen dann noch viel Gespräche und Nachfragen voraus. Er könne ja zu Beginn nicht über eine Summe X verfügen, von der dann alles abgezogen werde, sagt der Verwaltungsfachmann. Nicht selten würden von einzelnen Abteilungen mehr Investitionen angemeldet, als umsetzbar seien. „Da ist dann Fingerspitzengefühl gefragt“, so Tuschmann.

Richtig ernst wird es ab November. Dann setzen sich der Bürgermeister, der Beigeordnete, die Kämmerei und die Fachbereichsleiter zu intensiven Gesprächen über die Einzelbudgets zusammen. Das dauert rund anderthalb Wochen.

Der Haushalt 2016 wird rund 45 Millionen Euro umfassen, „planungsmäßig“ werde er ein Defizit ausweisen, das aber geringer ausfalle als 2015. Kredite in Höhe von 2,5 Millionen Euro müssten ausgewiesen werden. Dickste Posten im nächsten Haushalt sind etwa die Investitionen für die Regionale-Projekte, die Leistungssporthalle sowie die Sekundarschule. Auf die nächsten Jahre gestreckt käme man da auf rund 14 Millionen Euro, sagt Tuschmann.

In jedem Jahr gebe es zudem Unwägbarkeiten, etwa bei der Gewerbesteuer. „Das ist der Blick in die Glaskugel“, sagt der Kämmerer. Und: „Die großen Zehn bringen das Geld.“ Und so ist er bei seinen Annahmen im Vorfeld lieber vorsichtig. Was in der Politik nicht immer gut ankommt: „Die Opposition wirft mir ja immer vor, ein besseres Ergebnis zu präsentieren als angekündigt. Andersherum wäre es schlimmer.“

Fest steht zudem, dass die Ausgaben für die Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge den Haushalt weiter belasten werden. Allein in diesem Jahr, so Werner Tuschmann, habe die Stadt rund 3,6 Millionen Euro in den Ankauf von Immobilien investiert. Und zumindest eine weitere Anschaffung stünde an.

Letztlich entscheide natürlich der Rat über den Haushalt. Und da, sagt Tuschmann, wünsche er sich manchmal „weniger Parteipolitik und mehr problemorientiertes Diskutieren“. Üblicherweise bringt der Bürgermeister den Haushalt für das kommende Jahr in der letzten Ratssitzung des Vorjahres ein. Daraus ist diesmal nichts geworden. Daraus sei allerdings auch aus Gründen der ungeklärten Finanzierung bei den Flüchtlingskosten nichts geworden. Und so wird Bürgermeister Richard Borgmann seine Haushaltsrede in der Ratssitzung am kommen Dienstag (19. Januar) um 18 Uhr halten.

Dann erhalten die Kommunalpolitiker auch alle Zahlen in einem dicken Buch präsentiert – druckfrisch. Denn: „Das Budgetbuch geht erst am Montag in Druck“, unterstreicht Kämmerer Werner Tuschmann den Druck, unter dem die Verwaltung arbeitet.

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