Sa., 23.01.2016

Ausstellung und Vortrag im St.-Antonius-Gymnasium: „Verfolgung fand auch vor Ort statt“

Die Ausstellung, die der Volksbund Deutsche Kriegsgräber-Fürsorge konzipierte, wurde vom Geschichts-Leistungskurs unter Leitung von Jörg Schürmann (l.) um lokale Aspekte ergänzt.

Die Ausstellung, die der Volksbund Deutsche Kriegsgräber-Fürsorge konzipierte, wurde vom Geschichts-Leistungskurs unter Leitung von Jörg Schürmann (l.) um lokale Aspekte ergänzt. Foto: west

Lüdinghausen - 

„Der Krieg und die Judenverfolgung haben sich nicht nur in Berlin oder in anderen großen Städten abgespielt. Die Verfolgung fand auch hier vor Ort statt.“ So lautet das Fazit, das einer der Schüler des Leistungskurses Geschichte am St.-Antonius-Gymnasiums zum Abschluss einer Unterrichtsreihe über das Schicksal von deutschen Juden, die nach Riga deportiert und dort ermordet wurden, zog. Die Unterrichtsreihe mündete jetzt in der Ergänzung einer Ausstellung zur Deportation deutscher Juden nach Riga unter dem Titel „Bikernieki – Wald der Toten“. Diese Ausstellung ist seit Donnerstag im Foyer des Neubaus zu sehen. Ergänzend dazu findet noch eine Vortragsveranstaltung mit dem ehemaligen Bundestagsabgeordneten Winfried Nachtwei statt.

Von Werner Storksberger

Geschichtsbewusstsein zu entwickeln, hält Jörg Schürmann, stellvertretender Schulleiter und Geschichts-Fachlehrer am Anton, für eines der vordringlichen Ziele der Schule. Gerade das Reflektieren der NS-Zeit und deren Entstehung sei ein wichtiges Anliegen. In diesem Kontext steht auch das Pflanzen eines Baumes, mit dem im vergangenen Jahr an das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 70 Jahren erinnert wurde.

Mit Blick auf die Ausstellung, die bis zum 10. Februar im St.-Antonius-Gymnasium zu sehen ist, fanden eine Reihe von Aktivitäten des Geschichts-Leistungskurses statt. So begaben sich die Schüler in Begleitung von Michael Kertelge auf Spurensuche nach ehemaligen jüdischen Bürgern. Sie wurden im Hause Mühlenstraße 12 fündig – ein Stolperstein erinnert an Adele Strauss. Beeindruckt waren die Jugendlichen vom Film „Wir haben es doch erlebt. Das Ghetto von Riga“. Darin kommen Zeitzeugen zu Wort.

In verschiedenen Arbeitsgruppen wurden in den vergangenen Wochen unterschiedliche Aspekte der Juden-Deportation nach Riga ausgearbeitet. Ein Thema war beispielsweise das Verhalten der lettischen Bevölkerung gegenüber den Juden und den Deutschen. Ein besonders grausames Kapitel war der „Blutsonntag“ vom 30. November 1941: 20 000 lettische Juden wurden in einen Wald getrieben und erschossen. Ein weiterer Aspekt der Arbeitsgruppen war der „Alltag im Ghetto“. Die Lebensumstände der Bewohner wurden von dieser Gruppe beleuchtet. Mit dem „Protokoll des Transports“ eines Bahnbeamten befasste sich eine Gruppe. Das Buch „Stolpersteine“ von Bärbel Zimmer bildete die Basis für die Beschäftigung mit dem Schicksal von Adele Strauss. Die Lüdinghauserin wurde 1942 aus Lüdinghausen deportiert und vermutlich ein Jahr später in Riga erschossen.

 

 

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