Do., 03.03.2016

Cani-Literaturkurs wagt sich an Shakespeares Klassiker / Premiere am Sonntag Emotionen in Tunika und Sandalen

Teamarbeit verlangen die Proben für ein Theaterstück: vor der Bühne wird geschminkt, während die ersten Szenen durchgespielt werden. Bei der Premiere am Sonntag soll schließlich alles perfekt sein.

Teamarbeit verlangen die Proben für ein Theaterstück: vor der Bühne wird geschminkt, während die ersten Szenen durchgespielt werden. Bei der Premiere am Sonntag soll schließlich alles perfekt sein. Foto: juze

Wie viel Arbeit hinter einem Theaterstück steckt, erfuhren die Schüler der Q2 am Canisianum in den vergangenen Monaten. Sie hatten sich für den Literaturkurs und damit zugleich für das Einstudieren eines Schauspielstückes entschieden.

Von Jule Zentek

„Ich habe das am Anfang ganz klar unterschätzt“, gibt Tim Kestermann zu. Gemeinsam mit rund 30 weiteren Teilnehmern hat er unter der Leitung von Michael Leibold unzählige Stunden in der Schulaula verbracht und dort an Texten, dem Bühnenbild und den Kostümen gearbeitet. Doch bevor mit den gezielten Vorbereitungen begonnen werden konnte, musste zunächst einmal das passende Schauspiel ausgewählt werden.

Und da lauerte das erste Problem auf Michael Leibold, denn so gut wie jeder der Teilnehmer wollte eine Rolle übernehmen. „Da fiel mir dann ‚Ein Sommernachtstraum‘ ein, bei dem es viele kleine Rollen zu vergeben gibt“, löste der langjährige Literaturkursleiter die Situation geschickt. Und so stimmten auch die Schauspieler in spe für die Komödie von William Shakespeare. „Es ist lustig und interessant, teils wirklich abgedreht“, versuchen Fabienne Berau und Lukas Ortmann die Handlung zu beschreiben. Die beiden bilden zusammen mit Lukas Schwester Lioba die Arbeitsgruppe „Öffentlichkeitsarbeit“. Ihre Aufgabe war es, sich um das Plakat, den Kartenverkauf und die Werbung für die Auftritte zu kümmern.

Andere legten all ihre Kreativität in die Gestaltung des Bühnenbildes oder die Kostüme, die bei den Generalproben in dieser Woche den letzten Schliff erhielten. „Ein Sommernachtstraum“ spielt im alten Athen und der Fabelwelt, was von den Schülern so einiges an kreativen Einfällen verlangte. So entwarf die Kostümgruppe für die Schauspieler selbst gebastelte Sandalen aus Pappe und schwarzen Bändern. „Das haben sie super gemacht“, findet auch Lehrer Leibold.

Während er zu Beginn der Proben noch einiges zu bemängeln hatte, gibt er bei den Generalproben nur noch hier und da einen Input. „Er hat alles koordiniert, aber wir Schüler durften viel selbst entwickeln“, erzählt Lukas Ortmann. Wichtige Erfahrungen hat auch Tim Kestermann in seiner Rolle als Herzog von Athen gesammelt. „Oh Mann, ist das groß hier“, war der Gedanke von Tim, als er zum ersten Mal auf der Bühne in der Schulaula stand. „Cool“ sei es trotzdem gewesen und „definitiv die richtige Entscheidung“, so der 17-jährige. Zunächst musste er jedoch mit denselben Problemen kämpfen, wie sie jedem Laienschauspieler umtreiben: „Man muss sich wirklich komplett in die Rolle hineinversetzen, das war nicht leicht.“ Maren Plottke, die bei den Aufführungen die Hermia verkörpern wird, kann dieses Erlebnis nur unterstreichen. „Ich musste mich dazu überwinden, emotional zu sein“, verrät die Abiturientin, während sie von der Maske den passenden „Anstrich“ verliehen bekommt. Doch nicht nur das Aussehen der Schauspieler soll passen, sondern auch auf der Bühne soll alles möglichst reibungslos laufen. Darum kümmern sich die Mädchen aus der Regie. Eine kleine Zettelwirtschaft vor ihnen auf dem Tisch zeigt die einzelnen Szenen und Laufwege der Schauspieler, die sie in den letzten Monaten erarbeitet haben.

Sein anfängliches Problem, sich in die Rolle hineinzuversetzen, hat Tim übrigens mittlerweile auch gelöst: „Ich gehe da hoch, spiele meine Rolle und dann bin ich wieder ich selbst!“ 

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