Mo., 08.05.2017

Schulung für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer Die persönliche Begegnung zählt

Brachte den Teilnehmern des Kurses die Vielfalt des Islam näher: Sandra de Vries, Ethnologin und Trainerin für interkulturelle Kompetenz.

Brachte den Teilnehmern des Kurses die Vielfalt des Islam näher: Sandra de Vries, Ethnologin und Trainerin für interkulturelle Kompetenz. Foto: Simon Walters

Lüdinghausen - 

Sandra de Vries ist Ethnologin, Trainerin für interkulturelle Kompetenz und Islam-Kennerin. Auf Einladung der Familienbildungsstätte und es Sozialdienstes katholischer Frauen schulte sie jetzt Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe. Dabei machte de Vries deutlich, was das A und O in dem Bereich ist.

Von Simon Walters

„Was fällt Ihnen zum Islam ein?“, stand am Samstagmorgen in Großbuchstaben auf dem Flipchart der Familienbildungsstätte ( FBS). Fragestellerin Sandra de Vries erhielt prompt erste Antworten: „Monotheismus“, „Ähnlichkeit zum Christentum“, „Missverständnisse“. Die 17 Teilnehmer des Kurses „Lasst uns über Gott sprechen . . .“ füllten das DIN-A 2-Blatt binnen weniger Minuten und zeigten schnell ihr Interesse, mehr über die zweitgrößte Weltreligion zu erfahren.

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Ich beobachte, dass das Thema Islam, erst nach 2001 und aktuell durch Flüchtlinge und den IS wieder sehr kontrovers diskutiert wird.

Sandra de Vries

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Eingeladen zu der Veranstaltung hatte die FBS in Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst katholischer Frauen Lüdinghausen. Mit der Ethnologin de Vries war es den Organisatoren gelungen, eine ausgewiesene Expertin für die Veranstaltung zu gewinnen. Die Trainerin für interkulturelle Kompetenz, die selbst mehrere Jahre unter anderem in Pakistan lebte, beschäftigt sich seit ihrem Studium intensiv mit dem Islam. In vier Stunden veranschaulichte und erklärte sie Themenfelder wie die verschiedenen Strömungen im Islam, Rituale und den Wert der Familie im Detail.

Fast ein Reizwort

„Ich beobachte, dass das Thema Islam, erst nach 2001 und aktuell durch Flüchtlinge und den IS wieder sehr kontrovers diskutiert wird“, berichtete de Vries. Raum für Gespräche schafft sie deshalb auch in ihren Seminaren. „Das Wort Islam ist ja heutzutage leider schon fast ein Reizwort. Wenn man dann aber Kontakt mit Muslimen hat, lernt man schnell, sich für den Menschen selbst zu interessieren und sich eine differenzierte Meinung zu bilden“, machte sie deutlich. Und so kam es, dass sich während des Seminars plötzlich eine Ordensschwester und eine Muslima zusammen über ihre Kopftücher unterhielten.

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Bisher waren die Rückmeldungen dazu durchweg positiv.

Sabine Schröder

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Der Vortrag der Ethnologin war Teil der vier Kurse umfassenden FBS-Reihe zur Qualifikation von Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe. „Bisher waren die Rückmeldungen dazu durchweg positiv, die Seminare unterstützen die Helfer durch handlungsorientiertes Wissen“, erklärte Sabine Schröder vom Fachdienst für Integration und Migration beim Sozialdienst katholischer Frauen. „Am Wichtigsten ist und bleibt die Begegnung und der Dialog“, schloss de Vries ihren Vortrag am Nachmittag und erntete dafür zustimmenden Beifall. Wer diesen Dialog auch erleben möchte, hat dazu im Herbst Gelegenheit. Dann kommt de Vries nach Ascheberg.

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