Fr., 19.05.2017

Archäologe referiert über Grabungen in der Stadt Viel ist schon verloren

Der Archäologe Wolfram Essling-Wintzer referierte am Donnerstagabend im gut gefüllten Kapitelsaal über die Grabungen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe auf dem Lüdinghauser Marktplatz (großes Foto), an der Burg Vischering und auf dem Tetekumer Hof Grube.

Der Archäologe Wolfram Essling-Wintzer referierte am Donnerstagabend im gut gefüllten Kapitelsaal über die Grabungen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe auf dem Lüdinghauser Marktplatz (großes Foto), an der Burg Vischering und auf dem Tetekumer Hof Grube. Foto: wer

Lüdinghausen - 

Über die Ausgrabungen auf dem Marktplatz, an der Burg Vischering und auf Hof Grube in Tetekum informierten sich rund 60 interessierte Lüdinghauser. Referent im Kapitelsaal der Burg Lüdinghauser war LWL-Archäologe Wolfram Essling-Wintzer.

Von Peter Werth

Gleich drei Grabungsorte in Lüdinghausen hatte Wolfram Essling-Wintzer, Archäologe beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), am Donnerstagabend in den Blick genommen: den Marktplatz, die Burg Vischering und den Hof Grube in Tetekum. Über die dortigen Ausgrabungen referierte er vor rund 60 interessierten Besuchern ebenfalls vor historischer Kulisse – im Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen. Eingeladen dazu hatte der erst vor wenigen Monaten gegründete Verein „Zentrum für historische ländliche Baukultur im Münsterland“.

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Die Kulturlandschaft verändert sich in rasantem Tempo. Wertvolle Bausubstanz geht dabei verloren.

Ludger Schröer

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Wolfram Essling-Wintzer

Wolfram Essling-Wintzer

Dessen Vorsitzender Dr. Ludger Schröer hatte zuvor die aktuelle Situation beschrieben: „Die Kulturlandschaft verändert sich in rasantem Tempo. Wertvolle Bausubstanz geht dabei verloren.“ Den Referenten kündigte er als jemanden an, der „sich im Untergrund von Lüdinghausen bestens auskennt“. Was dieser dann auch umgehend unter Beweis stellte. So berichtete Essling-Wintzer von aufschlussreichen Funden auf dem Markt: alte Kellergewölbe, Keramiken aus dem 12. Jahrhundert sowie Fundamente eines großen Gebäudes – wohl ein Vorgängerbau des 1832 abgebrannten Rathauses. Die aktuellen Grabungen in der Burg Vischering hätten zudem neue Erkenntnisse über deren Entstehung gebracht. So sei es wahrscheinlich, dass es schon vor dem Bau von 1271 eine Vorgänger-Burg gegeben habe. Die Arbeit der LWL-Archäologen sei oftmals „Notgrabungen“, beschrieb er. „Wir reagieren auf Baumaßnahmen.“ Das sei häufig unerquicklich. Für anderes Arbeiten fehle einfach das Geld.

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Wir reagieren auf Baumaßnahmen.

Wolfram Essling-Wintzer

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Dem Hof Grube bescheinigte er eine gewisse Einzigartigkeit. Ähnliche Ausgrabungen auf historischen Höfen seien in NRW so nicht erfolgt. Auch die nahezu lückenlos aktenkundliche Geschichte des Bauernhofes sei einmalig.

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